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Schulausflüge, Betriebsausflüge – wer erinnert sich?

Babel

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Der Schulausflug hieß während meiner Schulzeit noch "Wandertag", und das war er auch. Man fuhr mit dem Zug irgendwohin, langte nach einer Wanderung irgendwo an, wo man einkehren konnte (wobei einkehren hieß: eine Limonade kaufen und dazu die mitgebrachten belegten Brote essen). Es folgte der zweite Teil der Wanderung und die Heimfahrt mit dem Zug. In der Schulzeit meiner Tochter gehörte zum Ausflug, daß man irgendwas Kulturelles oder sonstwie pädagogisch Wertvolles besichtigte – was natürlich niemanden interessierte. ;)

Als ich kürzlich überlegte, ob es wohl noch Betriebsausflüge gibt, habe ich mal danach gegoogelt, und bin auf Firmen gestoßen, die sowas organisieren. Wenn früher jemand erzählte: "Wir hatten gestern Betriebsausflug", dann lautete die Gegenfrage: "Wo wart ihr denn?" Heute muß man wohl fragen: "Was für'n Event war's denn?" Das legen zumindest Websites wie diese nahe.

Das ist in gewisser Hinsicht natürlich. Früher war der Betriebsausflug eine Gelegenheit, etwas Neues zu sehen, irgendwohin zu kommen, wo man noch nicht war, wo man vielleicht auf andere Weise kaum hinkommen konnte. Heute, da jeder mit dem eigenen Auto überall hinfahren kann, reicht eine bloße Gegend als Ziel nicht aus. Trotzdem verursachen mir die Vorschläge der genannten Firma (es gibt etliche von dieser Sorte) ziemliches Unbehagen.

Hat jemand Lust, von Ausflügen zu erzählen, die er/sie mitgemacht hat?
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Babel, da hast Du ein interessantes Thema vorgeschlagen. Gerne
schreibe ich etwas dazu. Ich versuche, meine Erinnerungen chronologisch
und etappenweise aufzuschreiben!
Der erste Schulausflug ging in den heimischen Wald im Norden unserer Stadt
(Grenze zu Dortmund). Wir wanderten mit unserem Klassenlehrer von der
Schule dorthin. Unsere Außenbezirke waren noch recht ländlich. Wir bekamen
Pflanzen gezeigt, ihre Namen wurden genannt und viele interessante Dinge
erzählt.
Es war wahrscheinlich Teil vom Heimatkundeunterricht. Fotos wurden noch
nicht gemacht, Autos waren kaum vorhanden und einen Bus gab es auch nicht.
Laufen zu Fuß - auch längere Strecken - war einfach normal. Auch wenn man
in der Nähe wohnte: alle mußten erst zurück bis zur Schule, dann die
Wegstrecke zurück laufen. Es hieß: wegen der Versicherung, wenn etwas
passiere. Wegzehrung: Butterbrot und Apfel aus dem Garten, meine
Freundin und ich benutzten Umhänge-Handtaschen unserer Mütter.
Wer kennt diese Taschen mit" Knirpsfach", der Taschenschirm hatte ein
Fach mit seitlichem Verschluß unter dem Boden dieser Tasche?
Wird man überhaupt schlau aus dieser meiner Beschreibung?
Demnächst weitere Ausflüge und auch etwas zu Betriebausflügen. Ulrike
 
Unsere Schulausflüge hießen schon so, als sie noch Wandertage waren.
In den ersten Klassen ging es auf und rund um den Hiesberg, den "Hausberg" des Ortes. So auch zum Eisernen Bild.
Für die Eltern war das sicher gut, denn außer der Tochter des Schuldirektors und des Bahnvorstandes waren alle Arbeiterkinder. Die "Auswärtigen" - Kinder von Bauern, waren in einer anderen Klasse. Geld war also knapp, wir sparten Buskosten und das Jausenbrot hatten wir natürlich dabei.
Im letzten Jahr flogen wir tatsächlich aus.
Von Melk mit dem Schiff nach Aggstein und von dort per Pedes auf die Ruine, danach wieder ins Tal und mit dem Bus heim.

In der Hauptschule fuhren wir im ersten Jahr ins SOS-Kinderdorf Hinterbrühl, ein Mädchen war während des Schuljahres dorthin gekommen, nachdem ihre Mutter gestorben war.
Wir holten sie ab und besichtigten die Seegrotte.
Im letzten Jahr fuhren wir auf 2 Tage fort Richtung Hallstatt. Dort besichtigten wir das Salzbergwerk und fuhren dann zur Dachstein-Eishöhle.
Danach weiter mit der Gondel auf die Gjaidalm. Während es unten in Hallstatt regnete, schneite es oben natürlich. Und das seit Tagen, außerdem war Nebel und absolut nichts zum sehen. Plötzlich ein Ruck, eine flog hin und die Gondel stand. Es war grad mal vorne und hinten ca. 3 Meter Seil zu sehen, sonst nichts.
Irgendwie brachte der Gondelführer dann in Erfahrung, dass wir in eine Schneewächte gefahren waren. Das Gefährt wurde zurückgeholt und wir mussten umsteigen. Als wir an der Stelle vorbei kamen, sahen wir die Ecke, die die Gondel in den Schnee gedrückt hatte. Sehr weit weg war also die 2. Spur nicht.
Oben war alles tief verschneit und als die Schulklasse samt Wettersturz auf der Hütte ankam, wurde natürlich gleich wieder vom schweren Unglück 8 Jahre zuvor gesprochen.
Dann wurde es aber doch noch ein heißer Hüttenabend mit einer ziemlich schlaflosen Nacht.

Natürlich wurden im Spital jährliche Betriebsausflüge organisiert. Im ersten Jahr nach Salzburg war ich noch dabei, obwohl ich Auto- und Busfahren nicht gut vertrug. Naja, Auto war kein Problem - wir hatten keines und im Bus musste ich immer vorne sitzen.
Aber diese Fahrt blieb unvergessen. Einer brachte schon zur Abfahrt einen Doppler mit. In Salzburg, wo wir ausstiegen und zur Altstadtbesichtigung uns aufstellten, war zum Glück der Männer auch ein Stadtkeller (Ort und Namen weg ;)), dort fielen die gleich hinein und wurden erst wieder bei der Abfahrt nach Hellbrunn gesehen.
Der Heimweg war grauslich, im Bus wurde auch geraucht, mir war urschlecht und meinen Schwur, nie mehr mit zu fahren, hab ich durch die restlichen 36 Jahre gehalten.
 
Wer kennt diese Taschen mit" Knirpsfach", der Taschenschirm hatte ein
Fach mit seitlichem Verschluß unter dem Boden dieser Tasche?
Wird man überhaupt schlau aus dieser meiner Beschreibung?

Ich kenn die Knirpse, ihre Gestalt hat sich über die Jahre ja kaum geändert, das Fach kenn ich nicht.
Natürlich ist deine Beschreibung sehr anschaulich, da fällt mir ein: wir haben auch immer Pflanzen gesammelt und in der Schule bestimmt. Auf dem Gang hatte wir eine lange Holzleiste, in deren Löcher Eprouvetten steckten. Dort waren dann die Blumen mit Beschriftung ausgestellt. Ich glaube, dafür gingen wir öfter mal raus, denn einen Ausflugstag hätten sie vermtlich nicht heil überstanden.
 
Unser nächster Ausflug (Grundschule) ging zum Dortmunder Tierpark,
wir hatten jetzt eine fröhliche junge Lehrerin. Sie hatte als Studentin dort
gearbeitet. Ich bin sicher, dass wir den Hinweg wanderten und nur den
Rückweg mit Bus oder Bahn antraten. Heute hat sich der Tierpark zum Zoo
gemausert, ich begleitete den Klassenausflug von unserem Sohn dorthin
(heuer ist es hier üblich, dass einige Mütter als Aufsichtsperson mitfahren u.
jede ungefähr für 5 Kinder "zuständig" ist), wir fuhren mit dem Schulbus bis zum Eingang und auch zurück. Die Kinder haben Rucksäcke Verpflegung mit,
Taschengeld für Eis usw. Fast 30 Jahre sind eben eine ganz andere Generation!
Im Bus wurde gesungen: I am looking for freedom (habe ich es richtig
geschrieben?), unsere Lehrerin spielte Gitarre und wir sangen Wanderlieder,
"Mundorgel" rauf und runter. -Ulrike
 
Ich glaube es war in der 7. Klasse, mit der Bahn zur Dechenhöhle. Sie gehört
zur Bahn und hat eine eigene Haltestelle. Bei Bauarbeiten wurde sie
entdeckt, als ein Werkzeug in eine Felsspalte fiel. Dort wurden auch Fotos
gemacht, ein Hintergrundbild zeigt ein Höhlenpanorama. Die ganze Klasse
stellte sich davor auf, die Fotos konnten dann gekauft werden. Es ist
eine Tropfstein-Wunderwelt. Im internet: www.dechenhoehle.de
Wen es interessiert kann dort schauen, deshalb beschreibe ich hier nicht
ausführlicher. Dorthin wurde häufiger ein Ausflug gemacht, gute
Bahnanbindung und nicht teuer. Denn das liebe Geld spielte immer eine
Rolle! -Ulrike
 
In der DDR-Einheitsschule (=Grund- und Hauptschule) in Babelsberg (zwischen Berlin und Potsdam) gab es nur eine Art von Ausflug, nämliche die jährlich am Schuljahresende stattfindende Dampferfahrt vom Potsdamer Bahnhof nach Ferch. Die Fahrt dauerte etwa drei (?) Stunden, dann ein kurzer Aufenthalt in Ferch, dann drei Stunden Rückfahrt. Ich habe diese Ausflugstage als grauenvoll langweilig in Erinnerung (noch heute halte ich Schiffsfahrten von mehr als 1/2 Stunde Dauer für unzumutbar ;)). Das einzig interessante war die Einkehr im "Haus am See" in Ferch oder vielmehr die große Entscheidungsfrage: Nehme ich diesmal rote oder grüne Limonade? :kopfkratz :D

Als 16-, 17jährige aber machten wir einen zweitägigen Ausflug in den Bayerischen Wald. Der Hinaufweg auf den Großen Falkenstein war nicht übermäßig angenehm, weil es die ganze Zeit nieselte. Ringsum war Wald, und die Lehrerin erklärte uns, das sei Urwald. Wir fanden das idiotisch, denn unter Urwald stellten wir uns was Tropisches mit Palmen, Lianen, Krokodilen etc. vor. :D
Oben war das Wetter gut. Es gab eine Wetterstation, die uns nicht interessierte, und eine Gruppe von Meteorologie-Studenten, die uns sehr interessierte. :flirt:
Wir übernachteten im "16-Bett-Damen-Schlafraum" – das war ein eigenes Häuschen, und die Lehrerinnen schliefen im Haupthaus, weswegen wir uns stundenlang im Dunkeln Gespenster-, Mord- und andere Gruselgeschichten erzählen konnten. :smi_ersch
Unvergeßlich ist mir aber vor allem der Blick ins Tal am andern Morgen: Überall lagen Fetzen von Nebel. Die Lehrerin erklärte, das seien normale Wolken, durch ebensolche seien wir am Vortag gelaufen, deshalb habe es die ganze Zeit genieselt ... Ich war mir sehr unsicher, ob man das glauben konnte. :confused:
 
Ein Highlight war die Abschlußfahrt nach Berlin, diesmal zwei reine Mädchenklassen der Berufsfachschule. Wir wohnten in einer recht
guten Unterkunft, nicht zu vergleichen mit unserer alten Jugendherberge
im nahen Sauerland, welche sogar für unsere nicht verwöhnten Gemüter
alt und primitiv war (wurde auch geschlossen). Berlin war ein Erlebnis, wenn
auch noch die traurigen Zustände des geteilten Landes dort hautnah an uns
herangeführt wurden. Als Abschlußarbeit in Englisch mußten wir einen Bericht
darüber verfassen. Bei späteren Besuchen in Berlin konnte ich all die
Veränderungen manchmal gar nicht fassen! -
In der Berufsschule war der "Wandertag" ein Besuch im örtlichen Museum
(Dortmund), großzügigerweise brauchten wir keinen Eintritt zu zahlen!
-Ulrike
 
Berlin war ein Erlebnis, wenn auch noch die traurigen Zustände des geteilten Landes dort hautnah an uns herangeführt wurden.

Ah, da mußtet ihr die Treppchen zur Aussichtsplattform hochsteigen, über die Mauer gucken und auf der andern Seite wieder runter? Das war viele Jahre Pflichtprogramm für alle Schulklassen auf Berlinreise. Was habt ihr sonst in Berlin gesehen? Es interessiert mich, da ich aus der Berliner Gegend stamme und 1999-2007 nochmal da gewohnt habe.



Meine Abschlußfahrt (inzwischen war es keine Mädchenschulklasse mehr, sondern eine zu zwei Dritteln männliche Klasse in Neu-Ulm) ging in die Silvretta. (In unserer Gegend kommt so leicht niemand auf die Idee, nach Norden zu fahren – man wendet sich instinktiv den Alpen zu. :D)

Als absolute Flachländerin tat ich mich am ersten Tag auf 2037 bis 2443 Höhenmetern etwas schwer (schwindlig, ängstlich, reizbar – ich hab hilfreiche Klassenkameraden angeschrien :eek:, sie sollen mich gefälligst in Ruhe lassen, was sonst nicht meine Art ist), am zweiten Tag war das aber behoben. Natürlich war ich hin und weg von der steinigen, baumlosen Landschaft – es gibt nichts Schöneres!!! :)

Wir übernachteten in der Wiesbadener Hütte (die aber damals viel bescheidener aussah als auf den heutigen Internet-Fotos), und nachts kletterten einige der Mitschüler durchs Fenster in unseren Mädchenschlafraum; der größte Reiz dabei war, daß unsere Moralapostelin dauernd zischte: "Ich sag's den Lehrern! Ich sag's den Lehrern!", was sie dann auch tat, woraufhin ein Lehrer mit den vermutlich Schuldig(inn)en nie mehr ein Wort sprach. :rotfl:
 
Berlinerinnerungen muß ich länger" kramen", evtl. existiert die Mappe noch
auf dem Dachboden meines Elternhauses in einem alten Schrank. Ich schaue
bei Gelegenheit nach! Ein Highlight war "Theater des Westens" dort Original-
Anatevka Besetzung - wirklich ein Erlebnis. Mit dem Mauergucken hast Du Recht! Stadtrundfahrt im Bus, teilweise fotografieren verboten, einige schlechte
Bilder durch Glasscheiben gemacht. Werde nochmal darauf zurückkommen! -
Nun etwas zu einem besonderen Betriebsausflug während meiner Ausbildung
zur Buchhändlerin in Dortmund. "Meine" Buchhandlung feierte 75jähriges
Jubiläum. Wir wurden eingeladen zum Essen im "Florian" (Fernsehturm im
Westfalenpark) - das Besondere ist das drehbare Restaurant. Mit dem
Fahrstuhl ging es für die ganze "feingemachte" Belegschaft aufwärts. Tisch
reserviert, beste Bedienung, alles perfekt. Nun leide ich schnell an Schwindel
und Gleichgewichtsstörungen. Obwohl sich das Restaurant ganz langsam
drehte und viele dies kaum bemerkten - mir wurde schon etwas mulmig.

Die Abfahrt mit dem Fahrstuhl: ein Wunder, dass ich nicht brechen mußte. -
Übrigens hat das Dortmunder Stadthaus noch einen Paternoster, dort fiel
ich auch mal fast heraus. Da ging ich später immer 10 (!) Stockwerke die Treppe
runter, hinauffahren empfinde ich weniger schlimm. -
Weitere Betriebsausflüge (anderer Arbeitgeber)
gingen in die verschiedenen Brauereien vor Ort
mit Verkostung und Bewirtung. Die Männerherzen und Biertrinker freute
es allemal! - Einmal machten wir auf Kultur: Schloß Hohenlimburg!
Darüber habe ich hier schon mal geschrieben: dort ist die schwarze Hand
ausgestellt! - Nun genug für heute Abend und viele Grüße von Ulrike
 
Bildungssystem DDR

DDR-Einheitsschule (=Grund- und Hauptschule)

Nein, Einheitsschule, Grund- und Hauptschule gab es in der DDR nicht.

Es gab die zehnklassige allgemeinbildende polytechnische Oberschule (POS) als grundlegenden Schultyp des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems.

In der POS wurde die Grund- Mittel- und Oberstufe unterrichtet.

Zudem gab es Spezialschulen und Spezialklassen, Sonderschulen und zur Hochschulreife führende Einrchtungen, am bekanntesten davon die Erweiterten Oberschulen (EOS), vegleichbar mit den heutigen Gymnasien.

Alle Details nachlesbar im
"Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem"
vom 25. Februar 1965

nachlesbar unter http://www.verfassungen.de/de/ddr/schulgesetz65.htm.
 
AW: Bildungssystem DDR

Nein, Einheitsschule, Grund- und Hauptschule gab es in der DDR nicht.

Alle Details nachlesbar im
"Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem"
vom 25. Februar 1965, nachlesbar unter http://www.verfassungen.de/de/ddr/schulgesetz65.htm.

Ich war nur bis 1951 in der DDR. Damals hieß das "Einheitsschule". Mit "Grund- und Hauptschule" habe ich zu überssetzen versucht, welche Jahrgänge das umfaßte, nämlich 1 - 8. Die besuchte jedes Kind. In die darauf aufbauenden Klassen (9 - ?) wurden nur Arbeiter- und Bauernkinder zugelassen, evtl. Kinder der "schaffenden Intelligenz", vielleicht auch mal ungewöhnlich Hochbegabte.
 
Ich konnte nicht wissen, dass du dich auf einen so frühen Zeitpunkt, in dem das neue Schulsystem gerade erst entstand, beziehst.

Im "Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule vom Mai/Juni 1946" wird tätsächlich der Begriff "Einheitsschule" verwendet.
 
Schulen haben sich oft geändert, ob DDR , BRD, aber auch in den
einzelnen Bundesländern. Bei uns vor Ort wurde momentan die Hauptschule
abgeschafft, Realschule steht auf der Kippe, man möchte mehr
Gesamtschulunterricht und die Gymnasien
erhalten. Sonderschulen (früher Hilfsschulen genannt - es gab auch bösere
Worte dafür) werden geschlossen. -
Zu meiner Zeit (Einschulung 1959) gab es die 8jährige Volksschule und
das Gymnasium (Jungen u. Mädchen getrennt). Die Einschulung wurde
von Ostern verlegt nach den Sommerferien, ein 9. Schuljahr eingerichtet
und die Realschule gebaut. Das Gymnasium hatte nun gemischte Klassen.
Es gab auch sogen. Berufsfachschulen, eine Handelsschule u.
Berufsschulklassen. Letztere später nur in der nahen Kreisstadt oder
Großstadt Dortmund als Fahrschüler. Ich glaube, dass sich die Schullandschaft auch weiterhin
stetig wandelt!
Kennt ihr übrigens noch den sogen. "Mittel- u. Ostdeutschen Schülerwettbewerb"? Während der Trennung unseres Landes wurde da
Wissen verlangt in verschiedenen Sparten oder kreatives Schaffen?
Jetzt schweife ich wieder ab! Viele Grüße von Ulrike
 
Als ich noch Brunnenbauer war und wir den Einstieg im Bereich Erdwärmebohrungen erfolgreich geschafft hatten, lud uns der Chef auf einen einwöchigen Urlaub in Sham Al Shake ein. Da die Firma aus 4 Mann bestand haben sich die Unkosten auch in Grenzen gehalten. Im November 2007 waren die Temperaturen recht angenehm. Das 5 Sterne Hotel lag direkt am feinen Sandstrand. Aber Schwimmen konnte man nicht. weil dort ein Korallenrief war, gab es dort einen langen Steg ins Meer, der ständig mit einem Rettungsschwimmer besetzt war. Das Doppelzimmer teilte ich mit meinem Arbeitskollegen. Das Hotel hatte einen großen Pool, Geschäfte und alles war inklusive. Am ersten Tag wurden die Ausflüge ausgesucht. Bootstour mit Schnorcheln, eine fahrt mit einen Glasbodenboot. Die Vielfalt der Fische, das klare Wasser, und die Korallen waren ein schöner und ergreifender Anblick. Ein abendlicher Ausflug in die Wüste zum Betrachten des Sternenhimmel war gewöhnungsbedürftig. Wir waren in Begleitung von bewaffneten Wachmännern, das Kamele reiten war schon eine Sache für sich. Schon bei der Anreise wurden wir von dem Reiseleitern gewarnt > Trinkgelt < zu geben, weil die Beduinen mit der Vermietung der Kamele zur Mitteschicht gehörten. Im Wüstensand standen 3 Zelte und eine gemauerte Toilette nach Europäischer Norm. Auf dem Lagerfeuer wurden Speisen zubereitet. Es gab Tee und wir rauchten Wasserpfeife mit verschiedenen Geschmacksrichtungen. Der Sonnenuntergang wurde von vielen fotografiert, was für mich allerdings kein Höhepunkt war. Die Wüste war leise, der Sternenhimmel klar. Man zeigte uns die Sternzeichen und markante Sterne. Wir machten auch Tagestouren in das Landesinnere. So besuchten wir ein altes Kloster, welches von Napoleon befestigt worden war. Dort stand auch ein uralter Strauch, von dem in der Bibel schon die Rede war. Straßenhändler gab es in Hülle und Fülle. Wir besuchten auch kleine Oasen und Klöster. Bewunderten einen handgegrabenen Brunnen. In Deutschland fragt man sich, wie die durch den Fels kamen und dort, wie die den Boden zum halten bekommen haben. Das Klima war gut bis mittelmäßig zu ertragen. Man musste viel trinken. Die Abende im Hotel waren belegt von Musik und Aufenthalte in den Hoteleigenen Bars und Geschäften. Denn es war ein Ort welcher nur aus Hotelanlagen bestand. Es gab keine Altstadt oder der gleichen. Den Höhepunkt des Urlaubs haben mein Arbeitskollege und ich durch Zufall entdeckt. Für ein in der nähe liegendes Hotel wurde ein Brunnen gebohrt. Wir, die Deutschen Brunnenbauer, staunten, wie mit einem Holzgestell - Menschenkraft und einer Maschine zum heben und senken des Bohrer`s ein 20m tiefer / 50cm breiter Brunnen gebohrt wurde. Es war ein schöner Ausflug in einem gefährlichen und Wasserarmen Land.
 
Im letzten Schuljahr vor dem Abitur bekamen wir unerwartet einen neuen Klassenlehrer. Da der vorherige, Herr Roehrle, sehr beliebt war, nahmen wir das sehr ungnädig auf. :down: Auf dem ersten Ausflug mit ihm dichtete jemand die erste Zeile eines Uralt-Schlagers um, und so zogen wir "Wir-wollen-unsern-guten-alten-Roehrle-wieder-ham"-brüllend durch den Wald.

Beim Skiurlaub hat die Klasse ihre Abneigung gegen einen der begleitenden Lehrer kundgetan, indem sie ihn feierlich beerdigte: :tod: Im tiefen Schnee wurde ein Grab ausgehoben, ein Schneemann hineingelegt und am Kopf des Grabes ein Kreuz mit dem Namen des Lehrers aufgestellt.

Die Narrenfreiheit, die man auf Ausflügen (im Gegensatz zum Schulalltag) genoß, mußte man schließlich ausnützen. Für die Lehrer dürften Ausflugstage überhaupt wenig erholsam gewesen sein :kopfkratz – aber darüber denkt kein Schüler nach. :D
 
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