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Eine Sage vom Kugelberg bei Großweikersdorf, p.B. Tulln, Niederösterreich

Hermann Maurer

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Südöstlich der Ortschaft Großweikersdorf befindet sich knapp am rechten Ufer der Schmida der sogenannte Kugelberg, ein kegelstutzartiges Erdwerk von rund 14 Meter Höhe unbekannter Funktion. Die Nähe einer großen Hallstattsiedlung und angebliche Funde hallstättischer Bronzegefäße anläßlich des Bahnbaues im 19. Jahrhundert lassen die Vermutung zu, dass hier ein früheisenzeitlicher Grabhügel, wie solche in Ostösterreich zahlreich vorkommen, vorliegt. Andererseits sprechen mittelalterliche Keramikreste des 11. Jahrhunderts von der Hügelkuppe und die Herausarbeitung der unteren Hügelpartie aus dem Geländehang für eine mittelalterliche hausbergartige Anlage. Möglicherweise treffen beide Deutungen zu, und es wurde ein Hügelgrab aus praktischen Gründen in eine Wehranlage umgewandelt.
Von diesem Hügel geht nun in der umwohnenden Bevölkerung die Kunde, es sei darinnen ein Feldherr in einer goldenen Kutsche begraben.
Ähnliche sagenhafte Überlieferungen kennen wir auch bei anderen ur- und frühgeschichtlichen Grabhügeln, so bei dem "Königsgrab von Seddin", oder dem "Kraberkogel" bei Flavia Solva, um hier nur zwei bekanntere Beispiele zu nennen.
Literatur:
Maurer Hermann, Wagenbestattungen der Hallstattzeit in Niederösterreich? Unsere Heimat 67, 1996, S. 68ff.
 
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