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Welches Foto soll gewinnen: Geflickt, Repariert ?

  • Rabenweib

    Stimmen: 0 0,0%
  • klarad

    Stimmen: 2 22,2%
  • Berit (SAGEN.at)

    Stimmen: 5 55,6%
  • SAGEN.at

    Stimmen: 2 22,2%
  • Alexandra K.

    Stimmen: 0 0,0%

  • Umfrageteilnehmer
    9
  • Umfrage geschlossen .

SAGEN.at

Administrator
Teammitglied
Das Thema für den SAGEN.at-Themen-Fotowettbewerb Oktober 2012 ist:

Geflickt, Repariert

Unter Reparatur (von lateinisch reparare ‚wiederherstellen‘) bzw. Instandsetzung wird der Vorgang verstanden, bei dem ein defektes Objekt in einen funktionsfähigen Zustand zurückversetzt wird.

"Flicken" ist eine amateurhafte Reparatur, abgeleitet vom Überdecken eines beschädigten Stückes durch einen Flicken (=derjenige Fleck, welcher auf eine beschädigte oder zerrissene Stelle geheftet wird).

Zum Thema des Foto-Wettbewerbes zählen sowohl schön reparierte Teile, misslungene Reparaturen, dokumentierte Flicken aber auch Berufsbilder die repararieren und natürlich weitere eigene Vorschläge.

Alle Leser sind eingeladen, mit einem Foto zu Aspekten des Flickens und Reparierens mitzumachen.

Als Forum zur Europäischen Ethnologie / Volkskunde liegt auch ein Schwerpunkt auf Bildbeschreibung und Erklärung.

Bilder und Beschreibung nun hierher, jeder Leser ist eingeladen mitzumachen!

Die Spielregeln zum Fotowettbewerb finden sich hier und im Monat Oktober 2012 erhält der Gewinner des Fotowettbewerbes eines unserer eben neu erschienenen Sagenbücher und eine Glasflasche voll mit Edelsteinen aus einem historischen Tiroler Bergwerk! *)

Wolfgang (SAGEN.at)

*) unter Ausschluss des Rechtsweges!
 
Wenn eine Kinderhose, die z.b. bei NKD nur noch wenige Euros kostet an den Knien löcher bekommt, dann sind die Lederflicken (um 2.50 Euros im Bastelgeschäft erhältlich) eigentlich unsinnig.
Trotzdem finde ich es schade, eine Hose weg zu schmeissen nur weil sie Löcher hat.
Als meine Mama früher Socken stopfte und wir einmal Besucher aus Deutschland da hatten, lachten die meine Mama aus und fragten sie ganz erstaunt, ob sie denn alle Socken stopfen würde? Als meine Mama das bejahte, sagte der deutsche Besuch: "Also wir schmeissen kaputte Socken einfach weg". Damals fand das meine Mama ganz schlimm, heute schmeissen wir sie selber weg, weil sie so billig geworden sind, dass es sich nicht mehr lohnt, die zu stopfen. Trotzdem erinnere ich mich gerne zurück an das Schwammerl, das wir als Stopfholz hatten.

Und heute nähe ich aus reiner Sentimentalität Lederflicken auf die Hosen meiner Kinder, weil es eine schöne Arbeit ist, die ich gerne mache, die mich ruhig macht, die man Abends erledigen kann...
Natürlich hat aber auch heutzutage nicht mehr jede Mama Zeit, Socken zu stopfen und Hosen zu flicken. Manches kann auch nur die Oma, mit ihrer alten Singer- Nähmaschine bei der man mit den Füssen treten muss. Sie konnte zu große oder zu kleine Kleidung umnähen. Heutzutage TAUSCHT man um oder LÄSST es nähen oder kauft sich gleich was Neues.

Vor Kurzem kam ein junger Mann zu mir und fragte, ob ich den Schlauch eines Kinderwagens reparieren könnte. Früher hat das auch die Oma gemacht. Mit einem Wasserschaffel und dem Flickzeug, da wurde dann geprüft, ob der Kleber gut hält indem der Schlauch ins Wasser getaucht wurde, wenn keine Luftblasen mehr kamen, war es gut. (Auch zum finden des Lochs war diese Methode da)
Ich bin also im Keller gewesen und hab auf den Rädern nach Flickzeug-Taschen gesucht, aber die sind offensichtlich auch schon unmodern geworden, ich fand jedenfalls nichts. Früher warn da unter dem Sattel deise kleinen Taschen da fand man alles was man zum flicken brauchte. Heute macht das wahrscheinlich der Radhändler...

Mein Foto ist zwar nicht Wettbewerbs- tauglich aber es ist total aktuell, denn ich hab die Lederflicken erst gestern auf Finns Hose genäht. :-)
 

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  • DSC08194.JPG
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Das schaut total gut aus, Finn ist sicher stolz auf seine Hosen! Und warum sollte das Foto nicht tauglich sein?

Ich finde auch, es ist ein großer Fehler, so leichtfertig wegzuwerfen. Wenn zwei Flicken schon die halbe Hosen kosten, ist das verständlich und dünne BW-Socken haben längst die Form verloren, wenn der Großzeh Luft hat.
ABER: Baumwolle ist ein Naturprodukt, Felder, auf denen im Anbaugebiet Nahrung für die Bevölkerung wachsen sollte, werden oft den Bauern durch Enteignung genommen, damit wir Wegwerfsocken haben. Dafür darf der ehemalige Bauer dort arbeiten. Weil das aber sehr schnell gehen muss, werden Entlaubungsmittel gespritzt, Gift, dass dann nicht nur in der Baumwolle steckt sondern auch von den Arbeitern aufgenommen wird, in den Textilfabriken arbeiten oft Kinder unter schrecklichen Bedingungen...., die Liste ließe sich beliebig verlängern, aber sie verdirbt einem den Tag.

Es gibt auch Alternativen, etwa teurer aber mit gutem Gewissen zu tragen.

Ans Schlauchreparieren erinnere ich mich auch noch :), Reparatursets gibts im Baumarkt!
 
Wenn man in einem alten Haus wohnt, ist man-frau ja genug mit Reparaturarbeiten beschäftigt. So lassen sich die über 80-jährigen Fenster auch von einer noch nicht ganz 80-jährigen Laienmalerin ganz schön verjüngen ! Auch wenn die Arbeiterin selbst manchmal mehr Farbe abbekommt als die Fenster. Fenster im oberen Stockwerk, an die ich von außen nicht herankomme, habe ich sehr wohl von Fachmännern herrichten lassen. Aber ich muss voll Stolz sagen, dass man den Unterschied - wenigstens von Weitem - nicht gleich sieht :).
 

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Eines meiner liebsten Fotos zum Thema trägt den Titel "Geflickte Socken". Natürlich hat nicht jeder das Glück die Wäscheleine seiner Mitmenschen zu sehen zu bekommen, aber darum reiche ich es ja auch ein... :)

Socken werden im Normalfall gestopft, d.h. das störende Loch im Strumpf oder Socken wird mit einem dickeren Baumwoll- oder Wollfaden, je nach Material des Sockens, mittels "webenden Stichen" geschlossen. Um die Form des Sockens zu wahren wird die zerschlissene Stelle im Gewebe über ein "Stopfei", "Stopfpilz" oder "Stopfschwammerl" gezogen, zur Not tut es auch eine Glühbirne...
Das gestopfte Loch wird am Ende mit der flachen Griffseite der Handarbeitsschere geklopft, um das neu entstandene Gewebe zu glätten.

Erst wer selber einmal Socken gestopft hat und diese auch selber tragen musste, weiß davon zu erzählen, dass Socken stopfen eine verkannte Handarbeitskunst ist: wer meint die Arbeit damit verkürzen zu können den Anfangs- und Endfaden einfach zu verknoten, anstatt sachgemäß zu vernähen, der wird mit Blasen an den Füßen belohnt werden. :troest:

Die Socken auf diesem Foto - aufgenommen im Jahr 2010, im alpenländischen Raum - zeigen eine gänzlich andere Lösung des Problems:
Da die Löcher bereits so groß waren, sie wurden wohl noch einige Zeit mit Loch getragen, bot der Socken zu wenig eigenes Gewebe um dieses zu stopfen. Aus einem anderen Maschengewebe wurde daher ein großer Flicken aufgesetzt und der Schaden behoben.

Wer genau hinsieht kann beim benachbarten Nylonstrumpf rechts eine ähnliche Lösung des Problems erkennen, hier wurde das oder die störenden Löcher, ganz einfach mittels einer geraden Naht geschlossen.

Berit
 

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  • Geflickte_Socken.jpg
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Genial: das wurde ja wie eine Sohle draufgenäht! Und dies ergibt jetzt den Unterschied von Flicken und Stopfen?
 
Und dies ergibt jetzt den Unterschied von Flicken und Stopfen?

Ja, das ist der Unterschied. Ein Flicken wird auf die schadhafte Stelle aufgesetzt, während bei einer "Stopfe" (wie man wohl fachlich richtig sagt?!) die Beschädigung mittels verschiedener Stopfstiche erneuert wird.

lg Berit
 
Schlecht geflickt

In der Nähe von meinem Haus läuft eine wichtige Eisenbahn-Nord-Süd-Verbindung quer durch die Alpen vorbei.
Neulich haben die Hochspannungselektriker der ÖBB dort etwas an der Oberleitung repariert, aus meiner Sicht schien mir das eher schlecht geflickt worden zu sein. In den ersten Tagen gab es bei jedem vorbeifahrenden Zug einen heftigen, weitum sichtbarem Blitz verbunden mit einem lauten Knall. Besonders in der Nacht war das ein eindrucksvolles Schauspiel mit schönem Funkenflug. Zwischenzeitlich dürfte sich die Flickstelle etwas eingeschliffen haben.

Wolfgang (SAGEN.at)
 

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Alexandra K. sendet Ihren Beitrag per E-Mail:

Hier gibt es nichts zu "flicken" aber der Anblick "repariert" die Seele!

Zaun in Wien Nussdorf – Blick auf den Leopoldsberg

Alexandra K.


Wolfgang (SAGEN.at)
 

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  • Reparatur_Seele.JPG
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Der Themen-Fotowettbewerb "Geflickt, Repariert" ist nun geschlossen und die Abstimmung eröffnet.

Wir danken Euch für die beeindruckenden Beiträge!

Bis 4. November 2012 lauft nun die spannende Abstimmung, wer das beste Bild mit Dokumentation gebracht hat - dieses kommt dann für ein Monat auf die Startseite von SAGEN.at, der Gewinner bekommt ein druckfrisches Exemplar unserer neuen Bücher "Die schönsten Sagen aus Österreich und Südtirol" und eine Glasflasche voll mit Edelsteinen aus einem historischen Tiroler Bergwerk *)!

Nun harren wir auf Eure Abstimmung, natürlich auch Diskussion zu den eingereichten Fotos.

Wolfgang (SAGEN.at)

*) unter Ausschluss des Rechtsweges!
 
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