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Welches Foto soll gewinnen - Blitzableiter ?

  • Joa

    Stimmen: 1 12,5%
  • SAGEN.at

    Stimmen: 1 12,5%
  • harry

    Stimmen: 4 50,0%
  • Elfie

    Stimmen: 2 25,0%

  • Umfrageteilnehmer
    8
  • Umfrage geschlossen .

SAGEN.at

Administrator
Teammitglied
Das Thema für den SAGEN.at-Themen-Fotowettbewerb Juli 2014 ist:

Blitzableiter

Gefühlt scheint es in den letzten Jahren mehr Gewitter zu geben, als in früheren Jahren. Ein wichtiger Aspekt bei einem Gewitter ist der Blitzableiter.

Als Erfinder des Blitzableiters gilt Benjamin Franklin (1706–1790) der mit seinem lebensgefährlichen Experiment des Drachens am Metalldraht die Elektrizität des Blitzes bewies. Seit etwa 1750 verbreitete sich der Blitzableiter rasant in Europa und wurde bald für viele Gebäude zur Vorschrift.

Obwohl es sich also aus der Sicht der Technikgeschichte um eine alte Erfindung handelt, fristet der Blitzableiter in unserer Kultur ein recht verborgenes Dasein.

Mit diesem Fotowettbewerb möchten wir dem Blitzableiter einen besseren Stellenwert geben, es gibt verschiedenste interessante Bauformen, aber auch das unscheinbare Metallstäbchen am Hausdach kann interessant sein.

Als Forum zur Europäischen Ethnologie/Volkskunde liegt auch ein Schwerpunkt auf Bildbeschreibung und Erklärung.

Bilder und Beschreibung nun hierher, jeder Leser ist eingeladen mitzumachen!

Die Spielregeln zum Fotowettbewerb finden sich hier.

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Das Holzgipfelkreuz am Hochlantsch im Grazer Bergland ist durch einen Blitzableiter geschützt. Die Drahtspitzen sind untereinander am Querbalken verbunden und die Erdung erfolgt über eine Drahtleitung runter und endet wenige Meter vom Kreuz entfernt im felsigen Boden. Die eisernen Ketten sind ebenfalls mit dieser "Blitzschutzanlage" verbunden.

Die Aufnahme wurde von mir am 11. Juli 2012 nach einem schweren Gewitter gemacht. Wenige Minuten vor dem Gipfel schlug ein Blitz etwa 20m oberhalb am Kamm ein. Das war schon sehr eindrucksvoll und es blieb mir nichts anderes übrig als das Gewitter im Wald nahe einiger Kühe, welche Schutz im Wald gesucht hatten, abzuwarten.

Hochlantsch-Kreuz 11.07.12.jpg

Der Hochlantsch (1720 m ü. A.) ist der höchste Berg im Grazer Bergland, einer Untergruppe des Randgebirge östlich der Mur nach der Alpenvereinseinteilung. Nach Norden fällt der Berg steil in die Lantschmauern ab. Aufgrund der guten Aussicht und der einfachen Erreichbarkeit ist der Hochlantsch ein beliebtes Ausflugsziel im Umfeld der Stadt Graz.

Der leichteste Aufstieg erfolgt in etwa zwei Stunden von der Teichalm. Eine weitere Variante von Mixnitz führt durch die wasserführende Bärenschützklamm. Vom Wirtshaus Zirbisegger (von Breitenau per Auto erreichbar) führt der "Naturfreunde-Klettersteig" durch die felsige Nordflanke zum Gipfel. In näherer Umgebung liegen auch das Gasthaus zum Steirischen Jokl und das Wallfahrtskirchlein Schüsserlbrunn. Quelle
 
... Das war schon sehr eindrucksvoll und es blieb mir nichts anderes übrig als das Gewitter im Wald nahe einiger Kühe, welche Schutz im Wald gesucht hatten, abzuwarten.
Es hätte schlimmer kommen können, wie andere Fälle zeigen. Als Martin Luther einen Blitzschlag in nächster Nähe erlebte, rief er: "Hilf, heilige Anna, ich will ein Mönch werden!" Ja, andernfalls wäre er ein solider Jurist geworden ... Was wäre der Welt alles erspart geblieben ohne dieses Gewitter! :D

Ich habe noch nie mit Bewußtsein einen Blitzableiter gesehen :o, kann mich an diesem Fotowettbewerb also nicht beteiligen.
 
Ich habe noch nie mit Bewußtsein einen Blitzableiter gesehen , kann mich an diesem Fotowettbewerb also nicht beteiligen.
Ein paar Hinweise: schaue einfach auf das nächste Hausdach, dort solltest Du metallene Spitzen sehen. Auf historischen Gebäuden befinden sich oft relative hohe Stäbe und auf damals wertvollen Fabriken etwa aus dem 19. Jahrhundert befinden sich spannende Experimente der damaligen Physiker, etwa bürstenförmige Blitzableiter uam.

Noch ein Tipp:

"Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste Misstrauensvotum gegen den lieben Gott." (Karl Kraus, österreichischer Schriftsteller 1874-1936)

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Ein paar Hinweise: schaue einfach auf das nächste Hausdach, dort solltest Du metallene Spitzen sehen. Auf historischen Gebäuden befinden sich oft relative hohe Stäbe und auf damals wertvollen Fabriken etwa aus dem 19. Jahrhundert befinden sich spannende Experimente der damaligen Physiker, etwa bürstenförmige Blitzableiter uam.

Noch ein Tipp:

"Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste Misstrauensvotum gegen den lieben Gott." (Karl Kraus, österreichischer Schriftsteller 1874-1936)

Wolfgang (SAGEN.at)
Nachdem du dieses Fotothema gestellt hast, habe ich heute natürlich die Spitzen auf den Häusern gesehen. Für alte Fabriken wäre Ostberlin natürlich ein Eldorado gewesen, aber da bin ich halt nicht mehr. ;)

Den Satz von Karl Kraus kenne ich, wie auch vieles andere von ihm. Wenn mein früherer, aus Kärnten stammender Kollege wieder mal über die Wiener gespottet hat ("Alles Idioten"), konnte ich ihm stets mit dem Hinweis auf Karl Kraus das Maul stopfen. :D
 
Blitzableiter an Häusern bringen in der Regel eine beruhigende Ausstrahlung gegen Naturgefahren.

Es gibt allerdings auch Fälle, bei denen Blitzableiter zu Beunruhigung führen können.

Ein solcher Fall ist die Festung Franzensfeste erbaut 1833 bis 1838, die zwischen dem Brenner und der Stadt Brixen liegt und heute von vielen Verkehrsadern (Brennerbahn, Pustertalbahn, Brennerautobahn, Staatsstraße etc.) durchbrochen wird.

Viele Burgen die im 18. Jahrhundert als Munitionslager genutzt wurden, sind durch Blitzschlag und damit einhergehenden gewaltigen Explosionen zerstört worden. Für den Raum Tirol sei die Burgruine Hörtenberg (Pfaffenhofener Schlössl) genannt, deren dort eingelagertes Munitionslager von rund 1500 Zentner Sprengstoff durch Blitzschlag am 5. August 1706 die Burg in eine Ruine verwandelten. Seit etwa 1780 wurden Blitzableiter zur gesetzlichen Vorschrift vor allem an Munitionslagern und Pulvertürmen.

Im Jahr 1980, also während bzw eher schon gegen Ende des "Kalten Krieges" wurde die Franzensfeste dennoch noch mit einem massiven Blitzableitersystem zum Schutz der dort eingelagerten Munition ausgestattet. Die Franzensfeste und deren Umgebung war bis zum Jahr 2003 streng bewachtes militärisches Sperrgebiet.

Die Blitzableiter waren natürlich auch von außen unübersehbar und haben weitum zu höchster Beunruhigung geführt. Es ist bis heute nicht geklärt, welche Waffensysteme dort gelagert wurden. Den Gerüchten zufolge dürfte es sich um Waffensysteme der Klasse ABC-Waffen gehandelt haben.

Dokumentation zur Franzensfeste auf SAGEN.at

Aufnahme vom sog. "Panoramapunkt" der Franzensfeste, der einen Rundblick über das Talwerk oder die "Untere Festung" der Franzensfeste gewährt.

Wolfgang (SAGEN.at)
 

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  • Blitzableiter_Franzensfeste.jpg
    Blitzableiter_Franzensfeste.jpg
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Ein doppelter Blitzschutz ist das Kreuz des Erzherzogshuts auf der kleinen Kuppel des Stifts Klosterneuburg:
  • Da es, wie die ganze Kuppel, mit Kupfer gedeckt ist, stellt es durch die Spitzenwirkung - Physiker wissen, was ich meine - :) einen hervorragenden Blitzableiter dar.
  • Der zweite Blitzschutz ist die Gnadenwirkung - Religionswissenschafter wissen, was ich meine - :) einer Donatus-Reliquie. Der Hl. Donatus gilt als Patron gegen Unwetter, Blitzschlag, Hagel und Feuersbrunst.
Bei den Renovierungsarbeiten des Barocktraktes wurde nämlich in der kleineren Kuppel ein Behälter mit einer Reliquie des Hl. Donatus entdeckt, die dort offenbar als Schutz vor Unwetter deponiert war. Die kleine Kuppel wird von einem Modell des Erzherzogshutes bekrönt und unmittelbar unterhalb des Kreuzes der Krone wurde ein Behälter mit Reliquien und einem Heiligenbild gefunden, das den Hl. Donatus darstellt.
Die näheren Umstände, wann und wer den Reliquienbehälter in der kleinen Kuppel deponiert hatte, sind unklar. Anzunehmen ist, dass sich der Behälter seit der Erbauung (vor 1740) dort befindet. Im Juni 2012 wurde der Behälter in einer kleinen Feier, bei der Abtprimas Propst Bernhard Dankesworte sprach, dass die Renovierungsarbeiten bisher ohne Unfälle abgelaufen sind, von einem Industriekletterer wieder in der kleinen Kuppel untergebracht. Wegen des extremen Schlechtwetters musste allerdings auf die spektakuläre Außenbesteigung der Kuppel verzichtet werden: Durch den gewaltigen Dachstuhl wurde die Reliquienkapsel innen in die Krone gebracht und durch eine Luke im Erzherzogshut wieder in der Kugel unter dem Kreuz deponiert. Dies war gleichzeitig auch die Finalisierung der Kuppelrenovierung.
Quelle: Presseaussendung des Stifts Klosterneuburg vom 5.Juni 2012 (Admin: externer Link existiert nicht mehr)
 

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    Stiftskuppel_Klein_06.jpg
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Der Westturm der Pfarrkirche von Spitz an der Donau in Niederösterreich ist der älteste Teil der ursprünglichen Wehrkirche – um 1300.

Das Turmdach ist mit glasierten Ziegeln von 1581 gedeckt.
Bei Sonnenschein leuchten sie den Wachaubesuchern schon vom weitem entgegen.

Den Schutz dieser Kostbarkeit überließ man daher weder dem Wetterhahn noch dem Kreuz allein, lieber stellte man in der Mitte noch einen schönen großen Blitzableiter hin.
 

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  • Spitz (5).JPG
    Spitz (5).JPG
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Leider ist mir in letzter Zeit kein sehenswerter Blitzableiter vor die Linse gekommen. Die sehenswertesten befinden sich am Dach des Naturhistorischen Museums in Wien an den dort aufgestellten Statuen. Leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei, als ich dort herumgehen durfte :(.
 
Do schau her... am letzten des Monats werden zumindest ein paar wenige noch munter! :D
 
Leider ist mir in letzter Zeit kein sehenswerter Blitzableiter vor die Linse gekommen. Die sehenswertesten befinden sich am Dach des Naturhistorischen Museums in Wien an den dort aufgestellten Statuen. Leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei, als ich dort herumgehen durfte :(.

Du findest sicher noch etwas, ich hab auch im Archiv gekramt ;).
 
Der Themen-Fotowettbewerb "Blitzableiter" ist nun geschlossen und die Abstimmung eröffnet.

Wir danken Euch für die beeindruckenden Beiträge!

Bis 5. August 2014 lauft nun die spannende Abstimmung, wer das beste Bild mit Dokumentation gebracht hat.

Nun harren wir auf Eure Abstimmung, natürlich auch Diskussion zu den eingereichten Fotos.

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Bei den Renovierungsarbeiten des Barocktraktes wurde nämlich in der kleineren Kuppel ein Behälter mit einer Reliquie des Hl. Donatus entdeckt, die dort offenbar als Schutz vor Unwetter deponiert war.
Quelle: Presseaussendung des Stifts Klosterneuburg vom 5.Juni 2012
Ich bin entzückt von der Sache mit der Klosterneuburger Donatus-Reliquie! Äußerst erstaunt hat mich aber, daß in dem Pressetext die Vita des hl. Donatus als historisch dargestellt wird.

Donatus war ein Katakombenheiliger. Gewöhnlich weiß man von diesen "Heiligen" weder einen Namen noch sonst irgend etwas; die Namen der äußerst zahlreichen "Heiligen Leiber" in süddeutschen Kirchen sind Phantasienamen. Donatus allerdings soll in den Agnes-Katakomben in einem Grab mit der Aufschrift "Sancti Donati Martyris" gefunden worden sein.

Die Gebeine wurden 1652 den Jesuiten für ihre Kirche in Münstereifel geschickt. "Wunder" auf der letzten Etappe der Reise (plötzliche Wetterbesserung; ein vom Blitz getroffener, aber überlebender Priester) legten nahe, Donatus als Wetterheiligen zu verehren.

Ein Heiliger muß eine Vita haben. Die Jesuiten waren gebildete Leute und kannten natürlich die antiken Berichte über ein Wetterwunder, das schon damals Christen wie Nichtchristen als Beleg für die Macht ihrer jeweiligen Gottheit(en) propagandistisch genutzt hatten: das sog. Regenwunder im Quadenland (sehr ausführlich hier). Also machte man Donatus zum Heerführer der 12. Legion, die um 166 an der Donau verdurstet wäre, hätte nicht Donatus Regen herbeigebetet.

Sauber unterschieden werden Belegtes und Legende hier. Aus meiner Aachener Zeit kenne ich Münstereifel sehr gut und alles, was man in dem Städtchen und der Region über Donatus weiß oder zu wissen glaubt – diese Vita gehört jedenfalls nicht dazu. Aber Münstereifel ist ja auch – im Gegensatz zu Klosterneuburg – weit entfernt von der Stätte des antiken Regenwunders.
 
Danke für die ausführlichen Ergänzungen zum Hl. Donatus. Ich kam zufällig zu der (mehr oder weniger stiftsinternen) Feier. Bevor die Reliquie in die Kuppel getragen wurde, meinte der Propst noch zu einem der anwesenden Presseleute: "Wir haben im Stift zwar eine hochmoderne Blitzschutzanlage, aber die Reliquie kann dort oben auf keinen Fall schaden". ;)
Ich bin entzückt von der Sache mit der Klosterneuburger Donatus-Reliquie! Äußerst erstaunt hat mich aber, daß in dem Pressetext die Vita des hl. Donatus als historisch dargestellt wird.
Naja, es ist eben eine Presseaussendung und keine wissenschaftliche Abhandlung ....
 
Der Gewinner des SAGEN.at-Fotowettbewerbes Juli 2014 ist:

Harry

Wir gratulieren Harry ganz herzlich und bedanken uns bei allen anderen aktiven Teilnehmern

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Gratuliere meinem Favoriten, obwohl die Wahl trotz weniger Teilnehmer wieder schwer war.
Denn Joas Doku weckt amüsante Vorstellungen ;) und die von Wolfgang zeigt, dass es durchaus beruhigend ist, wenn man nicht alles weiß :(.
 
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