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suche Höttinger Surtaucher

terre4

New member
Das Mundartgedicht "Höttinger Surtaucher" war einmal in meinem Besitz.
Leider hab ich das Gedicht derart verlegt, dass ich es einfach nimmer finde.
Kann mir jemand den Text zukommen lassen? Ich würde mich sehr darüber freuen!
 
Hier ist das versprochene Gedicht "Der Höttinger Taucher":



surtaucher.jpg



und hier als Volltext-Version:

Der Höttinger Taucher



Wer woagt’s so ruaft der Hausherr Knapp

zu tauchen in den Dröck hinab?

Mir isch die Uhr z’ammt meiner Kett’n

do oi g’flog’n. in den lett’n.

Ös brauchts a nit so spöttisch z’loach’n.

weil koaner brauchts umsunst z’mach’n

An bloank’n Guld’n gib i für dei Müah,

der mir den Proter holt aus der Briah.

Im kroas do heat ma lei a Gmurr,

denn koaner traut si in die Sur,

den alten Proter außer z’hol’n

und in den Brei herumzigol’n.

Der Hausherr als Besitzer spricht:

Ja traut si wirklich koaner nit?

Hanns! kunnst du die nit entschliaß’n

in den Lett’n oi z’schiaß’n?

Do kimmt a Heislraggler z’weg’n,

der sagt: es habts woll nix dagegen,

wenn i enk tauch in dera Mull’n

und mir verdien den lumpig’n Guld’n.

"Armer Mann" so heart mann’s klog’n,

"Muast um an Guld’n dei Leb’n wog’n"!

Ober der Raggler woar ganz kalt

und verschwindet in der sulz’n bald.

Und wia der Bulg’n kimmt zur Ruah,

siecht man vun ihm nur mehr die Schuah,

und kurze Zeit isch nur verstrichen,

do woar der Lett’n ausgeglich’n.

Do schaug’s wos kimmt do aus der Sur?

es isch der Arm mit oaner Uhr.

Und bald drau erscheint a Grind,

vun den der Lett’n oerrinnt.

Der Körper schiabt si nur mit Miah

schlogoartig aus der Brüah.

Und wia vun oaner Palm die Doattl’n

hängen ihm hero die Knoattl’n.

Ach o Himmel hob erbarmen!

den Hausherr will er so umarmen.




beachte bitte, daß ich in der Volltext-Version das Zeichen "n", welches in der Orginalversion bei manchen Wörtern einen Apostroph hat (z.B. 4. Zeile: "lettn") nicht darstellen kann.

Hilft das Gedicht weiter?

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber Wolfgang!
Das war ganz nett von dir! Vielen, vielen Dank!
Ich bin vom Bergwaldprojekt des OeAV und leite vom 17. bis 23. Juli
eine Bergwaldprojektwoche auf der Höttinger Alm. Wir werden eine Woche lang im Schutzwald rund um die Höttinger Alm Arbeiten zur Erhaltung des Schutzwaldes errichten. Es kommen 15 Teilnehmer aus Schweden, Deutschland, Irland und natürlich aus Österreich. Sogar ein paar Innsbrucker sind dabei. Ich hab vor, denen vom Höttinger Taucher zu erzählen, weil ich es als ein wertvolles, humoriges Stück Volksgut ansehe.
Du hast mir also viel geholfen!
Vielen Dank noch einmal! :smi_klats
Liebe Grüße
Verena
 
An eine etwas frauenfeindliche (von meiner Tante!) handgeschriebene Strophe, die aber durchwegs in den Hütten gesungen wurde, lautete:

Alte Weiber, Hobelscharten bind' ma zu an Busch'n
tuan a Packl Pulver drun und lassn in Teifl tusch'n!


Ziwui, ...

Quelle: Email-Zusendung von Maria T. H., 1. August 2005

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Mein erster Beitrag!

Mein erster Beitrag

...find dieses Thema ganz witzig, da mein Familienname Höttinger lautet.
In das Gedicht muss ich mich erst genauer einlesen...

LG Hannes
 
Hallo Hannes,

das Gedicht bzw Lied über den "Höttinger Surtaucher" ist unglaublich populär - den genauen Grund kenne ich auch nicht?

Es bezieht sich auf den Innsbrucker Stadtteil Hötting, der früher eine eigene Gemeinde "Hötting" war. Es könnte möglich sein, daß Ahnen von Dir in Hötting gelebt haben?

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Hallo Wolfgang!

Mein Vater betreibt etwas Ahnenforschung, war vor drei Wochen im Stadtarchiv von Innsbruck und hat folgendes rausgefunden...

In der Zeit der Türkenbelagerung (ich weis allerdings nicht ob 1529 oder 1683) waren die Bewohner von Hötting als guter Kämpfer bekannt und wurden in die Gegend des heutige Burgenlandes geholt um gegen die Türken zu kämpfen.

Da sie sich bewährten bekamen sie von den Habsburgern Grund im Burgenland geschenkt. Viel blieben daraufhin dort und wurden seiter, ihrer Abstammung wegen, einfach Höttinger genannt...

Im Burgenland leben heute noch einige Familien die dem Namen Höttinger, einer der bekanntesten ist/war Markus Höttinger.

Hannes
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Hannes,

Wow, das ist eine hoch interessante Mitteilung!
Das Stadtarchiv Innsbruck ist in ganz Europa bekannt für hervorragende Recherchen, der Hinweis auf die Höttinger im Burgenland ist echt toll!

Vielleicht finden sich hier noch weitere Leser, die dazu Hinweise geben können?

Subjektiv gesehen wundert mich Dein Hinweis insofern, als man in Tirol scherzhaft manchmal von einer Krankheit namens "Nordketten-Komplex" spricht:

Das heißt, daß Menschen die etwa in Innsbruck oder Hötting (vermutlich auch in anderen Tiroler Tälern) geboren wurden, sollten sie etwa aus beruflichen Gründen in ein flaches Gebiet auswandern müssen, früher oder später von einer zwanghaften Sehnsucht nach den Bergen geplagt werden und wieder zurückkehren.

Das Burgenland, von wo Du offenkundig schreibst, scheint mir aus meiner Erinnerung (sorry, ich war leider länger nicht mehr dort [hoffe aber für Sagenrecherchen, falls sich ein burgenländischer Sponsor findet, bald hinzukommen]) eher flach zu sein - also insofern wundert es mich, daß die Höttinger dort langfristig sesshaft wurden...

Wolfgang (SAGEN.at)
 
terre4 schrieb:
Das Mundartgedicht "Höttinger Surtaucher" war einmal in meinem Besitz.
Leider hab ich das Gedicht derart verlegt, dass ich es einfach nimmer finde.
Kann mir jemand den Text zukommen lassen? Ich würde mich sehr darüber freuen!

Hallo, ich bin Steppenwolf, 58 Jahre alt und fast auf der Seegrube und am "Kar" aufgewachsen. Ich kann das vollständige Gedicht und wir singen es oft.

Der eingescannte Text ist nur ein Fragment. ich werd´s Dir aufarbeiten und zumailen, denn derzeit hab ichs nur im Kopf.

Wenn Du mehr Originales aus Hötting und St. Nikolaus brauchst, mußt Du Dich an Schneider Siggi, wohnhaft in HÖtting an der Höhenstraße , wenden, der ist Chronist für Hötting und St. Nikolaus und hat so ziemlich alles, was alt und ausgefallen ist, z.T auch Eigendichtungen. Der gibts gerne weiter. Sag ihm einen netten Gruß vom Cinci mit der Gitarre
 
Hallo Steppenwolf,

es wäre total fein, wenn Du den gesamten Text zum "Höttinger Surtaucher" hier veröffentlichen möchtest!
Dabei handelt es sich um eine ziemlich oft nachgefragte Hymne, da würdest Du vielen Leuten eine große Freude machen!

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Hallo Leute !!!

Die hier veröffentlichte Version des Surtauchers ist leider nicht vollständig !!!
Ich habe die ORIGINALVERSION, aus dem nachlass meines Grossvaters (habe das Gedicht in seinem alten Schreibtisch gefunden)
und übrigens: der Hausherr heisst nicht KNAPP, sondern er fragt "knapp"

Hier die volltextversion:


Der Höttinger Surtaucher !


„ Wer wagt es, sprach der Hausherr knapp,
zu tauchen in diese Sur hinab ?
Mei goldne Uhr mitsammt der Kettn,
isch mir oi gflogn in den Lettn.

Brauchts nit so spöttisch lochn,
koaner brauchts umasunscht zu mochn,
oan Guldn kriagt er für de Müha,
der sie auserholt aus dera Brüha.“

Umadum heart man a Gmurr,
koana traud si in de Sur.
Do kimmt der Heuslraggler zwegn
Und sogt: „Es Leut es hobts wohl nix dagegen,
wenn i oispring in dera Muldn
und mir verdian den schuntign Guldn,
in den Dreck ummanandzigol
und den Broter aufer hol ?“

„ Armer Mann, so heart man klogn,
muaß wegn an Guldn sei Leben wogn“
Doch der Heuslraggler, kált,
verschwindet in der Sulzn báld.
Er schnoppt noch Luft in oaner tour
Und hot die Pappn voller Sur.

Doch, wos kimmt dort aus der Muur,
a Arm, mitsamt der Uhr,
und bald darauf erscheind der Grint,
von wo der Lettn oba rinnt,
herunter hängen ihm die Knottln,
als wia bei ana Palm` die Datteln.

Mit großer Müh,
zieht er sich schlangenartig aus der Brüh.
Er wischt sich ab sein Angesicht
Und jeder lauscht dem Tauchbericht.

„ Jo Leitln, es hobts leicht lochn,
des wor nit gor so leicht zu mochn.
Des Lautere hob i` leicht überwunden,
ober beim Dickn untn,
do hob i` gschuntn.

Bis i` obi kemmen bin bis aufn Grund,
hob i braucht wohl glatt a ¼ Stund.
Und wia i will umananderlangen,
hob i in der Hond die Kaktus-Stongen.

Und wie i einigreif ins Egg,
wo`s die Uhr hot zuachiglegg,
stoaß i aus an Freidnschrei
und hob die Pappn voller Brei.

Pfui, des wor a lingger Gschmochn,
der oane frisch, der oane bòchn.
Und wia i aufakimm, zum Glück,
mocht mia oaner , Patsch, aufs Gnick,
Teixl, des wor a saftigs Drumm,
triffts an Andern, den leggs um.

„ So, jetzt wißt`s die gonze Weis,
schian wors nit in dera Scheiß.
Do Hausherr, hosch die Uhr, moch nit wieda Schuldn,
ruck gach außa mit dem Guldn.“

„ Jo, mei, sogt der Herr, die Uhr de hasch wohl gfundn,
ober die Kettn, de liegt no untn,
willsch den Guldn Du erringen,
muasch grod noamol obispringen !“

Der Taucher kunnt sich hebn,
vor Wuat will er iam oane klebn,
doch sogt er gonz betroffen:
„hupf selber oi, es Loch isch no offn !!! „
 
Hallo liebe Forummitglieder!

Bin zufällig auf diese Seite gekommen und habe die Suche nach dem "Höttinger Surtaucher" gesehen.
Würde gerne eine weitere Version des Gedichtes zur Verfügung stellen.

Mit magischen Grüßen
Reinhard der Magier aus Tirol

Der Höttinger Surtaucher

„Wer wagt es“, schreit der Hausherr Knapp
Zu tauchen in den Dreck hinab;
Mir isch die Uhr mit samt der Kettn,
Obigsaust da in den Letten.
Jetzt liegt sie unt’ oh Schreck oh Graus
Wer holt sie aus dem Dreck heraus?
Doch im Kreis gibts ein Gemurr
Koaner will aus dera Suhr
Den olten Brater ausserholn
Und in dem Dreck herumzigohln!
„Leutt, ihr brauchts ja nit zu lachen,
s’ braucht koaner umsonst zu machen;
Oan Gulden gib i für die Müah
Dem, der die Uhr ausserholt aus der Brüah!
Da kimmt der Häusslraggler zuwegen
„Leut, ös habts doch nix dagegen
wenn i hupf da in dö Mulden
und mir verdian dön sauren Gulden!
„Armer Mann, so hört mans klagen
muasst uman Gulden die löbn wagn.
Doch der Raggler war ganz kalt
Verschwand darauf in der Sulzen bald.
Und kurze Zeit war nur verstrichen
Da war der Letten ausgeglichen
Doch halt, was taucht dort aus der Suhr?
Es isch an Arm mit oaner Uhr
Und schlangenartig und mit Müah
Wälzt sich oaner aus der Brüah
Und wie auf oaner Palm die Datteln
Hängen an ihm herab die Knatteln
Alles war jetzt drauf erpicht
Und hört ihm zu beim Tauchbericht
„Ja, s’Lautere war gleich überwunden
aber beim Dicken, Mensch da hab i gschunden
bis i unten war am Grund
hab i braucht a ganze Stund
Leider war da nix zu finden
Manches nit zu überwinden
Auf oanmal greif i auf oan Eck
Wo’s die Uhr hat zuiwigleggt
Vor lauter Freud mach i oan Schrei
Und hab die Pappn voller Brei
Mensch, dös war a Gschmach
Der oane frisch, der andre bach
Und wia i mi will auerstemmen
Da muass siw no mei Fuass verklemmen
Zum Freimachen dua i awiglangen
Da gspür i no drei Kaktusstangen
Und wia i auer kimm zum Glück
Schmelzt’s mir oane no ins Gnick
Mensch, dös war a zünftiges Trum
Triffts an odern legts den um
„Da Hausherr, hascht die Uhr
i hupf nimmer in dö Suhr
Jetzt Hausherr mach nit Schulden
Und ruck ausser mit dön Gulden
Ja, dö Uhr dö hasch ja gfunden
Aber mei Ketten liegt no unten
Und geah i ohne Ketten schunden
Liegt die Uhr glei wieder unten
Drum willst dön Gulden du erringen
Muasst du no amol abisprigen
Der Raggler schreit „I bin nit bsoffn
Hupf selber ins Loch, es isch no offen
Und übrigend sag i dir barsch
Leck mit jetzt kreisweis um den Arsch
 
Lieber Wofgang!
Habe keine Ahnung, woher diese Version ist. Habe sie als Kind (das war vor ca. 45 Jahren) gelernt und bis heute nicht vergessen.
Da ich als gebürtiger Innsbrucker (aufgewachsen in der MariaTheresien Straße) nun in Wien lebe, hätte ich gerne einige "Ur-Innsbrucker Gedichte" um sie in Wien zu verbreiten.
Wenn jemand also solche Gedichte hat, würde es mich sehr freuen.
Schöne Grüße aus dem fernen Osten ins alte Innsbruck

Magier
 
Hallo Magier,

ich möchte zuerst meinen Respekt ausdrücken, dass Du so ein langes Gedicht auswendig weißt!

Zu Deiner Frage nach Tiroler Gedichten, bzw. Innsbrucker Gedichten:

Wir hätten schon einiges an Material...
Allerdings ist die Nachfrage nach Gedichten nicht sehr hoch. Auch als Internet-Datenbank müssen wir uns zumindest ein wenig nach der Nachfrage richten.
Zudem ist die technische Reproduktion von alten Gedichten für uns sehr mühsam, da unsere Fraktur-Texterkennung zum einen viel Geld kostet und zum anderen das Korrekturlesen wegen der vielen Zeilenumbrüche sich noch aufwändiger als bei anderen Texten gestaltet.

Mal sehen, was wir machen können und Suchwünsche einfach hier angeben :rolleyes:

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Lieber Wolfgang!
Danke für Deine Antwort. Ist völlig klar, es wäre ja nur, wenn jemand zufällig ein solches Gedicht hat.
Zu meiner Zeit haben wir in der Schule noch etliche Gedichte auswendig lernen müssen (Bürgschaft, Glocke, Räuber, Zauberlehrling usw.), davon kann ich heute noch etliche im Schlaf aufsagen (vermutlich da ich aus Strafe einige sehr sehr sehr oft geschrieben habe). Heute ist eben alles anders.

Nochmals Danke, lieber Wofgang, für Deine Mühe
mit magischen Grüßen aus dem fernen Osten in's Tiroler Landl
Reinhard
 
Hallo, suche über dieses Gedicht so viele Informationen wie möglich.

Brauche dies für eine schriftliche und mündliche Arbeit. Den Text habe ich schon, über sagen.at, bekommen und hoffentlich habt ihr noch mehr. Ich bräuchte auch,wenn möglich, eine vertonte Version.

Ich freue mich auf eure Info's.

Claudia
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Claudia,

ich habe noch eine weitere Version vom "Höttinger Surtaucher" gefunden, diesmal als "Höttinger Taucher"!

Im eben herausgegebenen Band "Zeit - Raum - Innsbruck", Schriftenreihe des Innsbrucker Stadtarchivs Band 9, "Stadt Vielfalten - Die Stadtteile Innsbrucks, Fotodokumente der Sammlung Walter Kreutz, Teil 3", erschienen beim Universitätsverlag Wagner, Innsbruck, findet sich auf Seite 93 - 94 die unten angefügte Version. Weitere Detailinfos dazu bekommst Du im Stadtarchiv Innsbruck!


Der Höttinger Taucher
Wer woagt's so ruaft der Hausherr Knapp​
zu tauchen in den Dröck hinab?​
Mir isch die Uhr z'ammt meiner Kett'n​
do oigflog'n in den Lett'n.​
Ös brauchts a nit so spöttisch z'loach'n​
weil koaner brauchts umsunst z'mach'n​
An bloank'n Guld'n gib i für die Müah,​
der mir den Proter holt aus der Briah.​
Im Kroas do heat ma lei a Gmurr,​
denn koaner traut si in die Sur,​
den alten Proter außer zhol'n​
und in den Brei herumzigol'n.​
Der Hausherr als Besitzer spricht:​
Ja traut si wirklich koaner nit?​
Hanns! Kunnst du die nit entschliaß'n​
in den Lett'n oi z'schiaß'n?​
Do kimmt a Heislraggler z'weg'n,​
der sagt: es habts woll nix dagegen,​
wenn i enk tauch in dera Mull’n​
und mir verdian den lumpg'n Guld'n.​
‚Armer Mann' so heart mann's klog n,​
,Muast um an Guld'n dei Leb'n wog'n!'​
Ober der Raggler woar ganz kalt​
und verschwindet in der Sulz'n bald.​
Und wia der Bulg'n kimmt zur Ruah,​
siecht man vun ihm nur mehr die Schuah,​
und kurze Zeit isch nur verstrichen,​
do woar der Lett'n ausgeglich'n.​
Do schaug's wos kimmt do aus der Sur?​
es isch der Arm mit oaner Uhr.​
Und bald drau erscheint a Grind,​
vun den der Lett'n oerrinnt.​
Der Körper schiabt si nur mit Miah​
schlogoartig aus der Brüah.​
Und wia vun oaner Palm die Doattl'n​
hängen ihm hero die Knoattl'n.​
Ach o Himmel hob Erbarmen!​
Den Hausherr will er so umarmen.​
Ober der merkt des no zum Glück​
und rettet si drei Schritt zurück.​
Groaß und Kloan isch iatzt g'spoannt​
Auf wölchi Weis die Uhr erfand,​
drum wischt er iam des Angesicht​
und foang um sofort den Tauchbericht:​
S'Lauteri woar glei überwund'n​
ober mit'n Dick'n, Bua do hob i g'schund'n.​
Und bis i unt'n woar auf’n Grund​
do hob i braucht a goanze Stund.​
Ober do woar nix z'find'n​
s'meiste nit zun überwind'n,​
bis i eini greif in an Egg​
wo's die Uhr hoat zuawi glegg.​
Do loaß i o an Freidenschrei​
und hob die Papp'n voller Brei.​
Bua, dös woar a linger Gschmoach'n​
der oani frisch, der oandri boach'n,​
und wia i aui kimm zum Glück,​
do schmölzt mir oana grod aufs Gnick.​
Verfluacht dös woar a saftigs Trum,​
trifft's an oandern legs'n um.​
So iatzt wißt's dö goanzi Roas​
fein woars nit in dera Scheiß.​
Do, Hausherr do hoascht iatz dei Uhr,​
i hupf nimmer in die Sur,​
drum moach a iatz mir koani Schuld'n​
und ruck glei außer mit'n Guld'n.​
Ja die Uhr dö hoascht ja gfund'n​
ober die Kett'n dei liegt no unt'n.​
Willst du den Guld'n dir erringen,​
so muaßt du no amol oi springen.​
Denn geah i ohne Kett'n drun​
liegt die Uhr glei wieder unt'n.​
Unser Taucher muaß si heb'n​
kannt voar Wuat iam oani geb'n.​
Und zum Schluß soagt er betroff’n,​
woascht wos? Hupf selber oi, s'Loch isch no off'n.“​
(Original-Typografie im Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck)​
Da wir aber nicht nur zitieren möchten, sei der neue Band bzw die regelmässige Schriftenreihe "Zeit - Raum - Innsbruck" auch sonst jedem und jeder zur Stadt Innsbruck interessierten höchst empfohlen!

Alle Bände online beim Verlag Wagner erhältlich, aber natürlich auch im Stadtarchiv /Stadtmuseum Innsbruck.

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Eine andere Ballade von Schiller, die wir in der Schule lernten:
Er stand auf seines Daches Zinnen
- und schaute mit vergnügtem Grinsen
auf zehn belegte Brötchen hin
Dies alles ist mir viel zu wenig
sprach er zu Ägyptens König
Gestehe, daß ich gefräßig bin ...weiß noch jemand weiter?

Oft hat man den originalen Text nicht mehr im Kopf!

Viele Grüße von Ulrike!
 
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