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KI Risiken

Ulrike Berkenhoff

Well-known member
Heuer wieder in den Nachrichten: KI birgt Gefahren ... Jetzt ist die "Büchse der Pandora" einmal geöffnet, schon in dieser alten Sage steckt doch eine, wie ich finde, passende Warnung. - Es gibt viele menschliche Erfindungen, die als Segen gedacht sich zum Fluch entwickelt haben und nicht mehr zu stoppen sind.-Ulrike
 
Die Stelle lautet bei Gustav Schwab:

Also hatte Zeus unter der Gestalt eines Gutes ein blendendes Übel geschaffen und nannte sie Pandora, das heißt die Allbeschenkte, denn jeder der Unsterblichen hatte dem Mägdlein irgendein unheilbringendes Geschenk für die Menschen mitgegeben. Darauf führte er die Jungfrau hernieder auf die Erde, wo Sterbliche vermischt mit den Göttern lustwandelten. Alle miteinander bewunderten die unvergleichliche Gestalt. Sie aber schritt zu Epimetheus, dem argloseren Bruder des Prometheus, ihm das Geschenk des Zeus zu bringen. Vergebens hatte diesen der Bruder gewarnt, niemals ein Geschenk vom olympischen Zeus anzunehmen, damit dem Menschen kein Leid dadurch widerführe, sondern es sofort zurückzusenden.

Epimetheus, dieses Wortes uneingedenk, nahm die schöne Jungfrau mit Freuden auf und empfand das Übel erst, als er es hatte. Denn bisher lebten die Geschlechter der Menschen, von seinem Bruder beraten, frei von Übel, ohne beschwerliche Arbeit, ohne quälende Krankheit. Das Weib aber trug in den Händen ihr Geschenk, ein großes Gefäß mit einem Deckel versehen. Kaum bei Epimetheus angekommen, schlug sie den Deckel zurück, und alsbald entflog dem Gefäße eine Schar von Übeln und verbreitete sich mit Blitzesschnelle über die Erde. Ein einziges Gut war zuunterst in dem Fasse verborgen, die Hoffnung; aber auf den Rat des Göttervaters warf Pandora den Deckel wieder zu, ehe sie herausflattern konnte, und verschloß sie für immer in dem Gefäß. Das Elend füllte inzwischen in allen Gestalten Erde, Luft und Meer. Die Krankheiten irrten bei Tage und bei Nacht unter den Menschen umher, heimlich und schweigend, denn Zeus hatte ihnen keine Stimme gegeben; eine Schar von Fiebern hielt die Erde belagert, und der Tod, früher nur langsam die Sterblichen beschleichend, beflügelte seinen Schritt.

Aus: Gustav Schwab, Sagen des klassischen Altertums, 1838 - 1840.

Wolfgang (SAGEN.at)
 
@Ulrike Berkenhoff @Wolfgang
Seit Tausenden von Jahren warnen Philosophen, Dichter und Denker und sonstige kluge Leute unaufhörlich vor dem Übermut der Menschen, deren Trachten und Denken überwiegend auf Macht, Geltungssucht und Profit beruhen. Ich verstehe weder das System hinter deren Tun, noch die stoische Gleichgültigkeit der gesamten Menschheit, sich wider besseres Wissen ins Elend drängen zu lassen. Erfahrungsgemäß sieht es doch so aus: Wenn es zu spät ist, sagen die Einen wie die Anderen: Das haben wir ja kommen sehen! Das musste ja so enden! Und das Spiel geht nach kurzem Heulen und Zähneknirschen wieder dort weiter, wo es aufgehört hat.
Vielleicht hat „der Mensch an sich" ja einen Gendefekt?
Wenn es erlaubt ist, noch eine persönliche Anekdote aus meinem Alltag.
Das deutsche Bundesland Rheinland-Pfalz feiert in diesem Jahr seinen Kultursommer unter dem Motto „Die Goldenen Zwanziger“. Bei den Vorbereitungen einer Museumspräsentation habe ich mich mit eingebracht. Langsam wurde mir klar, dass es schockierend viele Parallelen zwischen damals und heute gibt. Was gibts da noch zu feiern? Ich habe meine Teilnahme eingestellt und auch keine Veranstaltung besucht.

Grüße Werner (Saargeist)
 
Zuletzt bearbeitet:
Nicht für alle waren die Zwanziger Jahre" golden" , Mythos und Nostalgie - thematisch würde ich die Zwanziger Jahre aufarbeiten ohne einseitige
"Vergoldung"... Du hast Recht, es gibt erschreckende Parallelen-denke an den Schluß der Sage: die Hoffnung bleibt. -Ulrike
 
Das deutsche Bundesland Rheinland-Pfalz feiert in diesem Jahr seinen Kultursommer unter dem Motto „Die Goldenen Zwanziger“. Bei den Vorbereitungen einer Museumspräsentation habe ich mich mit eingebracht. Langsam wurde mir klar, dass es schockierend viele Parallelen zwischen damals und heute gibt. Was gibts da noch zu feiern? Ich habe meine Teilnahme eingestellt und auch keine Veranstaltung besucht.
Grüße Werner (Saargeist)
Werner: Es gibt in der Tat erstaunlich viele Parallelen zwischen damals und heute! Dennoch bin ich der Meinung, dass gerade Leute wie Du an diesen Veranstaltungen und Diskussionen teilnehmen sollten!! Man kann auch ein Mahner in diesen Zeiten sein!
In Freundschaft auf sagen.at: Jutta!
 
Ich war neulich in Italien - ohne es zu wissen - in einem der (derzeit) modernsten Supermärkte der Welt.
Erst beim Verlassen des Geschäftes ist mir die Sache seltsam vorgekommen und habe mir die Rechnung aufgehoben um später via Google zu erfahren, wo ich da überhaupt war...
Man konnte in dem personalfreien Geschäft Sachen beliebig aus dem Regal in die Tasche nehmen, auch Obst etc., und beim Hinausgehen zahlte man einfach an einem Terminal.

Es sind zweifellos spannende Dinge die auf uns zukommen, falls wir genug Strom haben.

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Werner: Es gibt in der Tat erstaunlich viele Parallelen zwischen damals und heute! Dennoch bin ich der Meinung, dass gerade Leute wie Du an diesen Veranstaltungen und Diskussionen teilnehmen sollten!! Man kann auch ein Mahner in diesen Zeiten sein!
In Freundschaft auf sagen.at: Jutta!
Danke, Jutta für deinen Zuspruch. Seit mehr als 50 Jahren gehöre ich zu den Mahnern und „Propheten“, die leider immer wieder recht haben.
Ich weiß, dass ich im Vergleich nur ein kleines Licht unter vielen klugen Menschen bin. Aber wenn man zugeben muss, dass man gegen anwachsende Borniertheit nicht mehr ankommt, ist es auch irgendwann genug. In früheren Zeiten hat man den Propheten Steine nachgeworfen und sie dann zu Heiligen erklärt. Hat das die Welt besser gemacht?
Erfreuen wir uns noch ein Weilchen an den schönen Dingen z. B. 🕷️ Werner ;)
 
Heuer wieder in den Nachrichten: KI birgt Gefahren ... Jetzt ist die "Büchse der Pandora" einmal geöffnet, schon in dieser alten Sage steckt doch eine, wie ich finde, passende Warnung. - Es gibt viele menschliche Erfindungen, die als Segen gedacht sich zum Fluch entwickelt haben und nicht mehr zu stoppen sind.-Ulrike
Ulrike, heute habe ich ein Buch von Karel Čapek aus dem Jahr 1920 entdeckt, welches KI dermaßen erschreckend beschreibt, das es mich zutiefst gepackt hat. Es ist als Theaterstück angelegt. Ein Digitalisat des Werks habe ich mir bei SLUB heruntergeladen. Ich denke, dass SLUB als freier Zugang digitaler Sammlungen Dir bekannt ist. : WUR - Werstands Universal Robots Das Buch gibt es allerdings als neuere Auflage auch im Handel. Grüße Werner / Saargeist
 
Danke für den Hinweis auf diesen tschechischen Autor, Saargeist! Seine Biographie und sein literarisches Schaffen haben mich
neugierig gemacht und ich werde mich in der nächsten Zeit sicher näher mit diesem Mann beschäftigen.....:autor_2:!!
 
Ich brauche niemanden zu fragen, sondern nur meine eigene Stromrechnung anschauen:
Im Jänner 2025 wurden die Stromnetzentgelte massiv angehoben, angeblich weil die vielen Solaranlagen den Betrieb des Stromnetzes so teuer machen.
Aber die vielen Rechenzentren die gerade in Bau sind, mit Anschlussleistungen von 500 MW (= Stromverbrauch von bis zu 4,4 TWh pro Jahr, Google Kronstorf, Oberösterreich) belasten die Stromnetze anscheinend nicht?

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Das bedeutet somit: Wenn wir alle keinen Strom mehr haben, haben wir ja Gott sei Dank immer noch die KI um ChatGPT zu fragen, wo wir denn jetzt den Strom hernehmen sollen. Wir können aber nur solange fragen, bis der letzte Strom aufgebraucht ist. :rolleyes:
Das wird mir jetzt zu kompliziert! Ich schaue erst mal bei Isaac Asimov nach (Science-Fiction-Autor). Der hat in meinem Geburtsjahr 1950 einen Roman „I, Robot“ zum Thema verfasst. :unsure: Grüße Werner / Saargeist
 
Aber die vielen Rechenzentren die gerade in Bau sind, mit Anschlussleistungen von 500 MW (= Stromverbrauch von bis zu 4,4 TWh pro Jahr, Google Kronstorf, Oberösterreich) belasten die Stromnetze anscheinend nicht?

Wolfgang (SAGEN.at)
Ich habe mir mal den Artikel im Standard vom 25. Juli 2026 durchgelesen. Es ist offensichtlich ein weltweiter Wettlauf zu Gange, der es darauf anlegt, zu beweisen, wer es schafft unsere Zivilisation zu ruinieren. Um zu begreifen, dass aus der Nummer niemand einen Profit erzielen kann,
fehlt den Verantwortlichen allerdings der nötige Intellekt. Denen ist, aus welchen Gründen auch immer, die Vernunft abhandengekommen.
Grüße: Werner / ein kopfschüttelnder Saargeist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die KI ist eine sog. Milchmädchenrechnung:

Es ist völlig klar, wenn ich alle Daten der Welt - auf welche Art auch immer ich sie absauge, ob legal und illegal - in mein eigenes Rechenzentrum lege, dass ich dann vernünftige Antworten bekomme. Das ist völlig logisch.

Es ist aber völlig unlogisch und mit Sicherheit völlig falsch, dass sich das in Bezug auf Anschaffungskosten und Energiekosten ausgehen kann. Diese Daten müssen nämlich ununterbrochen zur Verfügung stehen und das kostet gigantisch viel Energie. Hier liegt die Milchmädchenrechnung definitiv vor.

Das nächste besonders tragische daran ist, dass den Rechenzentren fixe und günstige Energiepreise (bzw exklusive Kraftwerksleistungen wie in Kronstorf) langfristig zugesagt sind und natürlich die Bewohner der Region sich dann mit dem massiv steigenden Energiepreisen auseinandersetzen müssen. Die allgemein gültige Wirtschaftsregel dazu lautet "Angebot - Nachfrage = Preis".

In Oberösterreich, wo sich zum Beispiel dieses Kronstorf-Rechenzentrum befindet, gab es im ganzen Sommer 2026 Aufrufe um Energie zu sparen, weil auf Grund des Wassermangels nicht mehr genug Energie zur Verfügung steht oder die Stromproduktion um ein Drittel gesunken ist. Das Rechenzentrum mit den fix zugesagten Kraftwerken ist noch gar nicht in Betrieb, zusätzlich kommen bald weitere Großverbraucher ans Netz wie elektrische Hochöfen und weitere. Für die Bevölkerung bedeutet das enorme Preissteigerungen im Energiesektor.

Und das dritte besonders tragische ist, wenn einfältige Regionalpolitiker sich in den Medien rühmen, mit dem Rechenzentrum internationale Fachkräfte ins Land zu holen. Ein Rechenzentrum braucht genau einen Staplerfahrer um die Racks vom LKW abzuladen und die alten Racks auf den Alteisen-LKW aufzuladen, eine 3-Personen Truppe Reinigungskräfte um ein klein wenig Staub zu wischen und ein ein gutes Team an Security-Leuten. Soviel zu den internationalen Fachkräften die man in die Region holt.

Ich mag mich gerne irren, aber Mehrwert für uns als Gesellschaft sehe ich hier nicht.

Wolfgang (SAGEN.at)
 
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