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Kulturgeschichte der Trinkwasserversorgung

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Teammitglied
Die Kulturgeschichte der Trinkwasserversorgung zählt zu den am wenigsten beachteten Aspekten der Stadtgeschichtsforschung. Dabei stellt die Trinkwasserversorgung eine der wichtigsten Einrichtungen für ein gesundes Leben in einer Stadt dar.

Bis ungefähr zur Jahrhundertwende um etwa 1900 gab es in den Städten nur ärarische Leitungsquellen, die öffentliche Platzbrunnen oder Brunnen in Innen- oder Hinterhöfen von Wohnhäusern speisten. Das uns heute vertraute Sanitärwesen mit Hochdruck-Wasserleitungen, mit dem Trinkwasser auch in die Stockwerke geleitet werden kann, fand erst wesentlich später Verbreitung.

Zu den spannenden Themen "Wasserversorgung" bzw. "Trinkwasserversorgung" lassen sich bei kleinen Wanderungen recht gute fotografische und schriftliche Dokumentationen anlegen, zu denen ich an dieser Stelle und in der Fotogalerie einladen möchte.

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Zuletzt bearbeitet:
Cholera in Hamburg 1892

Da fällt mir ein Schmählied ein, das ich kürzlich im Internet gefunden habe. Es beschreibt die katastrophalen hygienischen Verhältnisse bei der Wasserversorgung Hamburgs vor und während der Choleraepedemie 1892.

Vom Tier in Hamburgs Wasserrohr
Da kommen 16 Arten vor:
Ein Neunaug', Stichling und ein Aal,
Drei Würmer leben in dem Strahl,
Drei Muscheln und drei träge Schnecken
Sich mit der muntern Assel necken.
Ein Schwamm, ein Moostier, ein Polyp
Die dringen lustig durch das Sieb.
An toten Tieren kommen raus
Der Hund, die Katze und die Maus;
Noch nicht gefunden sind, Malheur,
Der Architekt und Ingenieur!"
Quelle: W. Melhop, Alt-Hamburgisches Dasein. Hamburg 1899, S. 56.
Gefunden auf: (Administrator: Link existiert nicht mehr.)

Wie gesagt - es geht um das 'Leben' in den damaligen Hamburgischen Trinwasserleitungen. Dass diese Mißstände nach dem Tod von rund 8500 Menschen beseitigt wurden, ist u.a. das Verdienst von Robert Koch.
 
Zur Kulturgeschichte der Trinkwasserversorgung gibt es in Wien den "1. Wiener Wasserleitungsweg":

Die Strecke wird als 2-Tages-Wanderung empfohlen.

1) - Strecke durch das Höllental von Kaiserbrunn nach Gloggnitz.
Anreise per Bahn (Wien-Südbahnhof - Bahnhof Payerbach-Reichenau, Anschlussbus) (Gloggnitz-Wien per Zug).
Die Wanderstrecke ist 18,3 km lang, ca. 4 1/2 Stunden Wanderzeit.

2) - Bad Vöslau bis Mödling. Auf der Trasse der Hochquellenwasserleitung.
(per Südbahn oder S-Bahn nach Bad Vöslau, Bahnhof Mödling Züge nach Wien).
Die Wanderstrecke ist ca. 18 km lang, davon 10 km Wasserleitungsweg.

Es gibt auch eine Wandernadel (5 Kontrollstempelstellen) zu erreichen.

In Kaiserbrunn befindet sich weiters das "Wasserleitungsmuseum Kaiserbrunn". (1. Mai bis 26. Oktober, Samstag, Sonn- und Feiertag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr geöffnet). Dort besteht auch die Möglichkeit zur Besichtigung der Kaiserbrunnquelle.

Wolfgang (SAGEN.at)
 
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