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Erich Kästner

Ulrike Berkenhoff

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Der in Dresden 1899 geborene berühmte Autor würde in diesem Jahr also 125 Jahre alt. Sein reichhaltiges Werk ist immer noch bekannt. Die Kinderbücher wie z.B.Das doppelte Lottchen oder Das fliegende Klassenzimmer wurden mehrfach verfilmt. Aber auch für Erwachsene schrieb er z.B. "Fabian", viele Gedichte u.a.
Ich möchte hier nur an ihn erinnern, es findet sich über ihn viel im internet, in Bibliotheken u. immer noch in den Buchhandlungen. Vielleicht entdecken ihn einige
junge u. alte LeserInnen neu? - Er verstarb 1974 in München. - Habe ihn in Dresden auf der Mauer sitzen sehen! - Viele Grüße von Ulrike
 
Kästner gehört zu meinen Lieblingsautoren - nicht nur die Kinderbücher. „Fabian“ ist vor Kurzem in der ungekürzten Fassung neu erschienen, unter dem Titel „Der Gang vor die Hunde“. In den ersten Ausgaben musste da Einiges weggelassen werden, weil das den damaligen Herausgebern sonst zu „heiß“ geworden wäre.
Kästners Bücher wurden von den Nationalsozialisten verbrannt, er war bei einer dieser Verbrennungen auch anwesend. „Über das Verbrennen von Büchern“ berichtet darüber, er bezieht aber auch eindeutig Stellung zu späteren, ähnlichen Aktionen.
Aus Tiroler Sicht ist „Notabene 45“ bemerkenswert, in dem er die letzten Kriegstage in Mayrhofen beschreibt, wo er sich zu diesem Zeitpunkt aufgehalten hat.
 
Hab seine Bücher immer sehr geliebt, lese ich auch heute immer wieder gerne, auch seine Gedichte.

Bei einem Aufenthalt in München 2008 ging ich u.a. auch zum Bogenhausener Friedhof, weil ich das Grab von Liesl Karlstadt und ihrer Schwester Amelie Wellano besuchen wollte. Hab mich sehr darüber gefreut, als ich dort auch das Grab von Erich Kästner und seiner Lebensgefährtin Luiselotte Enderle entdeckte (wer "Das doppelte Lottchen" gelesen hat, erkennt den Namen wieder!). Einige seiner Bücher lagen - in Folie verpackt, um sie vor Regen zu schützen - ebenfalls auf dem Grab.
 
1965 wurde von jungen Menschen: Entschieden für Christus- von ihnen sog. Schund-u. Schmutzliteratur in Düsseldorf öffentlich verbrannt.
Neben Kästner auch Camus, Grass, Sagan, Nabokov ... Habe ich lange nicht gewußt, damals noch ein Kind mit wenig Kenntnissen über solche
Aktionen. Später z.B. im Literaturunterricht ging es um die Bücherverbrennungen der Nazis ... Ulrike
 
In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass Kästner eine Zeitlang bei der Schauspielerin Brigitte Horney unterkam. Wenn ich die Dame im TV gesehen habe, musste ich immer an den Mut denken, den diese Frau in der damaligen Zeit hatte. Die Verfilmung des UFA-Jubiläumsfilms Münchhausen (mit Hans Albers in der Hauptrolle) , für den Kästner das Drehbuch schrieb, ist mir noch in lebhafter Erinnerung. Ebenfalls der Film "Der kleine Grenzverkehr" mit Willy Fritsch (Verfilmung von Kästners Roman Georg und die Zwischenfälle). Kästner, Horney, Fritsch, Albers und viele andere Kulturschaffende haben gezeigt, dass es zwischen 1933 und 1945 noch Kultur im Deutschen Reich gab :smiley_da!
 
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