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Erzählungen von "stehlenden" Vögeln

Berit (SAGEN.at)

Active member
Wer kennt sie nicht, die Sagen von Vögeln, welche etwas Glitzerndes, Blinkendes stehlen und in ihr Nest bringen. Manchmal sind es auch große Greifvögel die etwa ein Kind oder ein Schaf schnappen und in ihren Horst bringen.

Wer kennt Warnungen solcher Art oder hat ein solch beschriebenes Erlebnis gehabt?

In Tirol gibt es jetzt sogar Adler die Handtaschen (externer Link existiert nicht mehr) stehlen....

Berit
 

alterego

Member
Dazu fällt mir nur eine humoristisch Fabel ein:

Ein Rabe saß auf einem Baum
und war gerade dabei ein Stück Käse zu verzehren,
das er kurz zuvor gestohlen hatte.
Vom Duft des Käses angelockt, kam der Fuchs herbei
und überlegte, wie er dem Raben den Käse abnehmen könnte.
Da verfiel er auf ein List und sprach:

"Herr Rabe, ich habe gehört, das ihr ein vortefflicher
Sänger sein sollt. Wollt ihr mir nicht eine Kostprobe eurer
großen Kunst geben?"

Der Rabe, der nicht so leicht zu überlisten war, schüttelte nur den Kopf.
Da verfiel der Fuchs auf eine viel grössere List und er sprach:

"So ist es allso wahr, daß ich nur ein schauerliches Gekrächze von euch geben könnt?"

Das wollte der Rabe nun nicht auf sich sitzen lassen.
Er öffnete den Mund, ließ der Käse fallen und begann
wunderschön zu singen.

Heute ist dieser Rabe unter dem Namen Peter Alexander in der ganzen Welt berühmt.


...und die Moral von der Geschicht':

"Wer Gold in der Kehle hat, soll nur den Schnabel aufreissen
und wenn dabei nur Käse rauskommt, dann macht das gar nichts."
 
Zuletzt bearbeitet:

Ulrike Berkenhoff

Active member
Wirklich lustig! - Ich kenne nur "diebische Elstern" (auch menschliche).
Den Vögeln wird ja nachgesagt, alles was glänzt und glitzert in ihr Nest
zu schleppen. - Bin gespannt auf weitere Beiträge zum Thema!
Viele Grüße von Ulrike
 

Berit (SAGEN.at)

Active member
Cooles Video!!

Ich habe natürlich auch ein paar "alte Kamellen" dazu:

Mein Opa hat in der schlechten Zeit in seinem Garten Kartoffeln angebaut und eines Tages hat er beim Wühlen in der Erde seinen Ehering verloren. Er hat lange gesucht, aber der Ring war halt in der Erde verloren....

Viele Jahre später hat er den Taubenschlag (Brieftauben) geputzt und hat in einem der Nester seinen verlorenen Ehering gefunden - die Freude war groß und die Geschichte wird heute noch in der Familie erzählt.

Berit
 

volker333

Member
Meine Frau hat auch mal vor unserem Haus einen Ehering gefunden.
Stand sogar ein (weibl.) Name drin.
Der Junge muss den totalen Frust gehabt haben :Holzhacker: oder eine Elster hat ihn im Vorbeiflug verloren.
Auf jeden Fall war kein Besitzer zu finden.

C'est la vie!

Je suis
tu es
il est
Wo s' a nous
nous is a weg
nous is a ganz weg.

und ich bin auch weg.
 
Hallo Berit!
Ich habe mit stehlenden Vögeln Erfahrung.
Die Sage vom Merseburger Raben, ein fliegender Rabe mit einem Ring im Schnabel ist das Wappen Merseburgs, hatte mich inspiriert dieser Sage einmal auf den Grund zu gehen. Ich war 2 oder 3 Tage verheiratet 1955 und mein Ring glänzte noch neu. Wir waren auf Hochzeitsreise in Bad Kösen. Ein Kurgast, welcher im gleichen Hause wohnte, hatte eine dressierte Dohle. Sie flog am Tage frei herum. Jeden Abend vor es dunkel wurde sperrte der Besitzer des Vogels diesen in einen Vogelbauer ein bis zum anderen Morgen.
Es war Mittag, alle Hausbewohner machten ein Mittagsschläfchen, nur Jacob, so hieß die Dohle, und ich waren im Garten und unterhielten sich. Da kam mir der Gedanke dem Vogel meinen Ring mal ganz nah zu zeigen. Ich zog den Ring vom Finger und hielt ihn mit zwei Fingern dem Vogel vor.
Jetzt passierte was Eigenartiges, fast Unglaubliches. Hätte ich nicht selbst alles erlebt, sogar ja provoziert, ich würde es nicht glauben. So ist es seit 55 Jahren, wenn ich die Geschichte erzähle. Man findet sie nett ausgedacht als Märchen.
Interesse? Wenn ja, dann will ich, was ich schon lange tun will, diese wahre Begebenheit schriftlich nieder legen.
Darüber hinaus konsultierte ich schon vor Jahren den Direktor des hallischen Zoo. Dieser Fachmann erklärte mir einleuchtend, dass der mittelalterliche Mensch, dies von uns nach Spezies benannten Rabenvögel ganz einfach unter dem Begriff Rabe zusammenfasste. Eine Krähe war ein Rabe, wie auch eine Dohle oder der Kolkrabe. So wird der "Merseburger Rabe" eine Dohle gewesen sein, die ihr Nest im gotischen Giebel des Schlosses des Erzbischofs Thilo von Trotha hatte. Dort fand man den Siegelring des Bischofs. Der Kammerdiener wurde unschuldig hingerichtet, nur dieser hätte den Ring stehlen können. Es war aber ein Rabe, wie man nun wusste nach vielen Jahren als man das Dach reparierte, Bis heute wird zum Gedenken im Merseburger Schlosshof ein Kolkrabe im Käfig gezeigt.
Tschüs,
Wolfgang
 

SAGEN.at

Administrator
Teammitglied
Hallo Wolfgang,

Du bist selbstverständlich gerne eingeladen, eine kürzere oder gerne auch längere Version Deines Erlebnisses zu bringen! Wir sind auf Erzählungen von persönlich erlebtem immer neugierig!

Wolfgang (SAGEN.at)
 

Elfie

Active member
Also mit glänzenden Dingen und Schmuck hab ich keine Erfahrung, aber im Garten meines Freundes (Stadtrand, die Vögel waren Menschen gewohnt) gab es immer ein paar Raben. Einer saß gerne am First. Ich hatte ein Käsebrot geschnitten und einen Teil gegessen, dann ging ich kurz hinein. Die zweite Hälfte war weg, als ich wiederkam, der Vogel saß unschuldig wie immer. Erst dachte ich sogar: hab ich oder hab ich nicht...?? Eine Probe brachte Gewissheit, vom Fenster aus sah ich den Dieb wiederkommen. Später legte ich oft was hin, auch wenn ich ihn nicht sah, kam ich manchmal nicht mal bis zum Fenster, war es weg.
 

Rabenweib

Active member
@Hallknecht: JA BITTE!!! Erzähl!

@Elfie: Über deine Erzählung musste ich jetzt auch lachen. Hach, ich liebe dieses schwarze Vogelfieh. *lach*

Liebe Grüße vom Raabenweib. :)
 

Elfie

Active member
ich liebe sie auch, sie haben ein so interessantes Sozialverhalten. In der Wohnung füttere ich sie regelmäßig (das einzige Fleisch, das ich kaufe ;-)), sie leben in der Dachlandschaft gegenüber, meine Wohnung ist im 2.Stock und der Schreibtisch steht vorm Fenster. Ein Paar mit einem Jungen, aber schon so groß wie die Eltern (bettelt aber immer noch), das Nest war auf der Platane im Hof. Sie pflegen einander das Gefieder an Kopf und Hals, oft sitzt einer da, der ander quer zu ihm und lehnt sich an. Man weiß viel zu wenig über so viele Wesen.
 

harry

Active member
Die Neugierde der Rabenvögel kann auch ganz schönen Schaden anrichten:
An den Rollwegrändern eines Flughafens sind Markierungsstangen angebracht, die mit einer retroreflektierenden blauen Folie überzogen sind. Die Vögel setzen sich auf die Stangen und entfernen das "glänzende Blaue". Hindert man die Rabenviecher (z.B. mit einem aufgesteckten Nagel) daran, sich auf die Stangen zu setzen, dann setzen sie sich eben auf den Boden daneben und pecken die Folie von unten weg ;)
Das regelmäßige Erneuern der Folien auf den (mehreren hundert) Markierungsstangen ist eine recht teure Angelegenheit ...
 

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Elfie

Active member
Naja, intelligente Vögel halt, gehts oben nicht, kann man ja unten ...
Mehrere hundert ist viel, sonst hätt ich gesagt: Gestell mit Feingitter drüber. Aber dafür kann man vermutlich oft Folie kleben.
Auch auf den Friedhöfen in Wienerwaldnähe schaut es nicht gut aus. Die zupfen alle frisch gepflanzten Blumen aus um darunter nach Würmern zu suchen. Da haben schon viele Hasengitter drüber gelegt, schaut aber ziemlich bescheuert aus. Aber dahin kommen "meine" nicht, die bleiben in der Wilhelminenstraße, da gibt es Häppchen .
 
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