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Im Ultental findet zur Zeit wieder eine mediale Hetze gegen Bären statt.

Die übertrieben drastische Berichterstattung der österreichischen Medien nach sehr einfachem Muster:

"Im Ultental in Südtirol ist ein Bär unterwegs, der gefährlich werden könnte. Er nähert sich Häusern und auch Menschen. Ein Jäger und ein Bauer standen dem Bär direkt gegenüber. Eltern haben Angst um ihre Kinder.
Quelle: tirol.orf.at, 12. Oktober 2011
In den Südtiroler Medien wird man die Bären vermutlich gelassener sehen, im Augenblick fehlen noch Berichte aus Südtirol.

Es liegt hier zweifellos ein sehr gutes Beispiel vor, wie man mit dramatischem Boulevardjournalismus und entsprechend dramatischen Bildern (zB totes Schaf) Stimmung steuern und lenken kann.

Wolfgang (SAGEN.at)
 
In den Südtiroler Medien wird man die Bären vermutlich gelassener sehen, im Augenblick fehlen noch Berichte aus Südtirol.
Man muss nur wissen, WO berichtet wird ;) - ja, die Südtiroler sehen's gelassener.
Mein Info-Portal ist stol.it. Da war gestern Folgendes zu lesen:

Ulten: Bär nähert sich Jäger - "Hund war mein Lebensretter"
Das Bärenproblem im Ultental verschärft sich: Ein Bär hat sich am Montag einem Jagdaufseher bis auf wenige Meter genähert.

Zum Zwischenfall ist es am Abend kurz vor der Dämmerung gegen 19 Uhr gekommen.

Ferdinand Kaufmann, Jagdaufseher im Revier Ulten, war gemeinsam mit seinem Hund, einem Bayerischen Gebirgsschweißhund, in St. Nikolaus unterwegs, als der Hund plötzlich einen Bären, der zehn Meter vom Jäger entfernt stand, witterte, anbellte, zum Bären hinrannte und ihn stellte.

"Plötzlich kam der Bär auf mich zu"

"Gegen 19 Uhr war ich in der Nähe der Seidlwaldstraße nahe den ‚Teißn‘-Knotten auf dem Heimweg, als ich vor mir zwei Haselhühner sah. Mein Hund, er war mein Lebensretter, war schon vor mir, als er plötzlich zurücklief. Als ich mich umdrehte, sah ich, wie der Bär auf mich zukam", erzählte Kaufmann gegenüber STOL.

"Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Bären gesehen habe."

Der Hund habe zunächst den Bären angebellt und sei ihm ein Stück weit entgegengelaufen, woraufhin sich der Bär niedergesetzt habe.

"Ich bin dann losgerannt, vermutlich aus Panik"

"Ich bekam es mit der Angst zu tun und bin losgerannt. Plötzlich sah ich, wie mich mein Hund überholte. Ich drehte mich um. Vermutlich aus Panik habe ich plötzlich begonnen loszuschreien und bin dem Bären entgegengerannt“, erzählt der Jagdaufseher.

"Als wir nur mehr zehn Meter voneinander entfernt standen, erhob sich der Bär plötzlich wieder. Ich habe nur mehr zur Büchse gegriffen und einen Warnschuss abgegeben. Daraufhin ist der Bär im Wald verschwunden."

„Ich habe dem Bären zwei, drei Sekunden in die Augen geblickt. Mir ist in diesem Moment alles Mögliche durch den Kopf gegangen. Zunächst hatte ich Angst und ich weiß nicht genau, was sich in meinem Kopf abgespielt hat. Aber als ich dem Bär entgegengegangen bin, habe ich meiner Waffe vertraut“, berichtete Ferdinand Kaufmann.

"Die Menschen haben Angst"

"Die Menschen im Ultental haben Angst. Wenn ein Verbrecher unterwegs wäre, wären sie weniger besorgt", so Hansjörg Gamper, Jagdaufseher im Bezirk Meran, gegenüber STOL. Gamper war von Ferdinand Kaufmann nach der unliebsamen Begegnung sofort verständigt worden und machte sich anschließend selbst ein Bild vom "Tatort".
Rupert Bertagnolli/Johanna Gasser


Lesenswert sind die Kommentare! (Link zur website anklicksen .) )
 
Zuletzt bearbeitet:
Bin schon gespannt, vielleicht kommt der Bär auch zu uns in den Vinschgau?
Ich habe einmal gelesen, mit einem großen Topf Honig und einem offenen Krug Bier kann man Bären recht gut anlocken. Das gibt dann eine wunderbare Foto-Session.

Um Lachse werden wir uns im Vinschgau kaum streiten :)



Wolfgang (SAGEN.at)
 
Im Trentino wurde heuer ein sehr heller Bär gesichtet, auch eine Bärin mit 3 Jungen besucht denselben Reibebaum



Und hier ein Video aus dem Trentino vom Sept. 2011:



Mit "orso trentino" in der youtube-Suche gibt es noch mehr Videos!
 
Heute auf "stol.it." ( = "Südtirol online)" zu lesen:

Ultner Bär schlägt wieder zu
Alfred Paris vom Rauthof oberhalb von St. Nikolaus ist müde. Seit 7 Uhr morgens ist er mit Förstern und Jagdaufsehern unterwegs, um Spuren eines Bären zu sichern.

Auf seiner Weide in St. Moritz am Gruebberg hat das Raubtier nämlich besonders gewütet.Nicht weniger als sieben der 21 Schafe von Alfred Paris sind in den vergangenen Nächten dem Bären zum Opfer gefallen.

Angefangen habe alles am Montagmorgen, erzählt Paris. Da hätten ihn die mehrere hundert Meter weiter talwärts lebenden Nachbarn angerufen, dass auf ihrer Zufahrtsstraße zwei gerissene Schafe lagen. Sehr schnell sei klar geworden, dass es sich um Bärenrisse gehandelt habe.

Zwei Schafe vermisst

Am Abend darauf wollte Paris nach eigenen Angaben gegen 23 Uhr nach seinen Schafen schauen, die auf der Weide unter dem Hof schlafen. Als er sie nicht sah, habe er ein mulmiges Gefühl gehabt, sich aber nichts weiter gedacht.

Am darauf folgenden Tag sei deutlich geworden, was der Bär angerichtet habe. Drei Kadaver habe er, Paris, bis 18 Uhr gefunden.

Zwei weitere Schafe vermisst der Bauer des Rauthofes noch. Daran, dass auch sie dem Bären zum Opfer gefallen sind, besteht für Paris kein Zweifel.

„Es waren Spitzenschafe, die bald gelämmert hätten“, sagt der Bauer. Zum materiellen Schaden, der ersetzt wird, komme der Schaden an der Zucht. Und diesen könne niemand wieder gut machen, klagt Paris.

Schafzüchter fordern Verantwortliche zum Handeln auf

„Diese Situation ist untragbar, hier muss etwas geschehen!“: Die Ultner Schafzüchter sind ungehalten, wenn es um den Bären geht.

Zu lange ist in ihren Augen nichts passiert. Angesichts der jüngsten Annäherungen von Bären an besiedeltes Gebiet fordern sie die Verantwortlichen nun zum Handeln auf.
lub/D


Die Sorgen der Bauern sind verständlich: Die steilen Hänge des Tales sind am besten durch Schafzucht zu nutzen. Dass das Schaf wieder mehr an Bedeutung gewonnen hat, hat sicher den einen oder anderen Bauern im Ultental bewogen, zu bleiben.
Schafzucht ist nicht nur eine finanzielle Angelegenheit; die Züchter , die ich kenne, sind "mit Herzblut" dabei und nehmen oft viele Mühen auf sich.
Wenn der Bär nun zu den Ställen kommt, und damit in das bewohnte Gebiet, ist die Sorge und Angst der Leute berechtigt.
 
Auf der Welt ist einfach kein Platz mehr für Wildtier.
Das Beste ist man rottet sie alle aus züchtet nur noch Nutztier.
Die Wildtiere sind ja nur noch zur Jagtbefriedigung und für die Mordgier der Menschen zum brauchen .
MEINE PROBLEME SIND DIE MENSCHEN UND NICHT DIE TIERE!!!
 
Hallo Stanze,

erlaube mir zu sagen, dass ich Dir NICHT zustimme!

Die Bären leben primär in Trient/Trentino und das Gebiet dort ist ziemlich groß...

Weiters sind die Bären geschützt (= sie dürfen nicht gejagt werden) und jeder Bauer erhält für ein von einem Bären gerissenes Schaf ziemlich gute Entschädigung, also mindestens die gleiche Summe, die er beim Schlachter/Fleischhauer für das Schaf bekommen hätte.

Diese harmlosen Bären tun keinem Menschen etwas, es sind kaum Fälle von Menschenbegegnungen bekannt - und wenn, dann nur ein paar Sekunden bis der Bär flüchtet.

Die oben angeführten Artikel zeigen aus meiner Sicht viel mehr, wie Medien Stimmungen steuern und schüren können.

Wie gesagt, ein Bär ist wirklich keine Gefahr für den Menschen! Da gibt es wesentlich gefährlichere Begegnungen im Wald, die bei weitem unberechenbarer sind, ich erwähne hier zB. verschiedene Schlangen, Bienen, Spinnen und Skorpione etc. Soweit ich die Medien etwa im Sommer 2011 verfolgt habe, sind auch sehr viele Bergwanderer über ihre eigenen Walking-Staberl gestolpert und abgestürzt.

Ich kenne keinen einzigen Fall selbst einer geringfügigen Verletzung eines Menschen in den letzten zweihundert Jahren durch Bären in den Alpen.

Bienen haben nach meiner oberflächlichen Medienbeobachtung allein im Sommer 2011 mindestens ein Dutzend Menschen (vielfach mit dergleichen Allergien) im Alpenraum getötet. Ich bitte daher als Konsequenz um restlose Ausrottung aller Bienenstämme! ;)

Aber die Medienberichte zeigen, dass im Fall der harmlosen Bären mit tränentriefenden Argumenten ("Eltern haben Angst um ihre Kinder" etc) eine Stimmungsmache vorbereitet wird, um eine Argumentation einer Interessensgruppe leichter durchzupeitschen...

Wolfgang (SAGEN.at)
 
... Walking-Staberl ist Spitze :D...
"..denn sie wissen nicht, was sie tun" kann man vermutlich manchen Medien zubilligen, die nicht absichtlich irgendwelche Ressentiments schüren und Interessen unterstützen, sondern einfach nur irgendwo abschmieren, ohne zu recherchieren, nur um dabei zu sein.
 
Wie gesagt, ein Bär ist wirklich keine Gefahr für den Menschen!
Naja, ganz so pauschal kann man das nicht sagen. Es gibt schon Situationen in denen ein Bär gefährlich werden kann. So eine wäre z.B.wie hier im Ultental, wenn der Bär bei der Nahrungsaufnahme überrascht wird. Auch Bärinnen mit Jungen sind unberechenbar.
Das Aufrichten des Bären wird meistens missverstanden, es dient der Orientierung mit Nase und Augen und ist normalerweise kein Zeichen von Aggression.
Ein Kuscheltier ist ein Bär sicher nicht!

Die oben angeführten Artikel zeigen aus meiner Sicht viel mehr, wie Medien Stimmungen steuern und schüren können.
Ich meine, dass hier eher die Stimmung der Betroffenen wiedergegeben wird. auch wenn die Schäden ersetzt werden, kann ich die Sorgen der Bauern verstehen.
Ich bin mir sicher, dass die Südtiroler eine bärenfreundliche Lösung finden - im Gegensatz zu Österreich, wo 8 Bären in 2-3 Jahren spurlos verschwunden sind ....
Die Trentinobären haben eine eigene "amtliche" website: https://grandicarnivori.provincia.tn.it/
ist zwar in Italienisch, aber auch mit/trotz google-Übersetzung gut lesbar
Aus gegebenem Anlass habe ich den Link mit der Gefährlichkeit gewählt ;)
 
Hallo, @Forum
Ich muß mich korrigieren.
Das hab ich alles etwas blöd geschrieben.
Ich meine die Menschen richten (besonders die Medien) mehr Schaden an als die Tiere selber.
Sie machen aus einer Mücke einen Elefanten, verdrehen die Wahrheit wie`s ihnen passt und hetzen die Leute gegen einander auf.Versetzen die Menschen in Angst und Schrecken.
Viele Tierarten werden dadurch zu "Reißenden Bestien."
Das ist bei vielen Tieren das Gleiche. Sie schreiben nur das Schlechte, aber was die Tiere viel gutes den Menschen tun, verschweigen sie, außer ein Hund rettet einmal ein Leben in Katastrophen einsetzen. Auch die Tauben gehören verjagt weil sie alles ansch....! Aber das sie sehr vielen alten Menschen freude machen und dadurch ihnen gutes tun, ist denen egal.
Liebe grüße.
 
Letzte Meldung zum Ultentaler Bären von "stol":

Bär: Mensch nicht versichert - TED-Umfrage

Nachdem sich ein Bär in Ulten nun auch Menschen genähert und in Hofnähe Abfall durchwühlt hat, erhält die Frage nach der Gefährlichkeit dieser Tiere neue Nahrung. Und vor allem: Wer zahlt, wenn ein Mensch angegriffen, verletzt oder gar getötet wird?

Derzeit ist in der Versicherung des Landes ein solcher Fall nicht vorgesehen. „Wir schließen derzeit aus, dass es zu einem solchen Zwischenfall kommen dürfte“, sagt Heinrich Erhard, Direktor im Amt für Jagd und Fischerei.

Menschenleben sind in Südtirol im Falle eines Bärenangriffs bislang nicht versichert. Und von seinem Amt aus sei eine Nachbesserung der Polizze auch nicht vorgesehen.

„Wir leben da im Gottvertrauen, dass das nicht passiert“, sagt Erhard. Schließlich sei in den vergangenen 150 Jahren in Europa kein einziger Mensch von Bären angegriffen oder getötet worden. Allerdings werden allein in Rumänien jährlich mehrere Menschen von Bären verletzt oder getötet.

Ganz anders ist der Fall bei Sachschäden gelagert oder wenn ein Tier gerissen wird. 11.650 Euro – im Vorjahr waren es 22.000 Euro – hat das Land heuer an Imker und Tierhalter ausbezahlt, die durch einen Bären zu Schaden gekommen sind.

Land will Bären in Gehege bringen

Landesrat Hans Berger hat gegenüber der Tageszeitung "Dolomiten" erklärt, das Land habe bereits an das Umweltministerium in Rom ein Ansuchen für die Entnahme und Ansiedlung des Bären in einem Gehege gerichtet. Das Ministerium habe zugesagt, sich sehr schnell darum kümmern zu wollen, sagte Berger.

STOL-TED

Was tun mit den Bären? Müssen sie weg? Was sagen Sie zu diesem Thema. Machen Sie mit bei der STOL-Ted-Umfrage und sagen Sie uns Ihre Meinung!


Das Ergebnis wird nach dem Absenden sichtbar.
 
Schließlich sei in den vergangenen 150 Jahren in Europa kein einziger Mensch von Bären angegriffen oder getötet worden. Allerdings werden allein in Rumänien...

Man sollte diesem Herrn Heinrich Erhard bei Gelegenheit vielleicht ein wenig Schulbildung zukommen lassen. Rumänien liegt mitten in Europa...

Wolfgang (SAGEN.at)
 
Ach herrjeh ... der Bär ist los!

Es KÖNNTE zu einem körperlichen Schaden kommen - und schon knallen die Büchsen ...

Wieviele Kinder, Jugendliche und Erwachsene fressen eigentlich jährlich unsere Autos!? .... ca. 2.500 allein in Österreich jährlich ... und das SICHER!
Ich denke grade an montierte Jagdkanzeln auf Brücken, vor Tunnelportalen und die Aufnahme des Autos in die Liste des jagdbaren Wildes ......

Bei uns trollen sie auch durchs Gebiet, aber ich hab noch nie überlegt, NICHT MEHR im Wald zu übernachten ...

Übrigens: wenn der Hund den Bären anbellt, ist es wohl möglich dass der Bär sich das laute Tier mal anschaut ... dass er dann o Schreck in RICHTUNG JÄGER läuft .... wen wunderts?

Komische Jägerschaft, die sich vor "Bär" in die Hosen macht ... noch nie hab ich von einem ängstlichen Holzarbeiter gehört, wenn der Bär den Rapsdieselkanister ausgesoffen hat ... aber die Holzarbeiter wollen das Tier ja auch nicht schießen ...

Irgendwas stimmt doch da nicht ...

Liebe bärige Grüße
Norbert

P.S.
der die Sorgen der Eltern um ihre Kinder sehr wohl versteht, aber nicht versteht, warum sie dann Autos benützen ....
 
Vergleiche, bzw. Fragen wie diese

Wieviele Kinder, Jugendliche und Erwachsene fressen eigentlich jährlich unsere Autos!?

Da gibt es wesentlich gefährlichere Begegnungen im Wald, die bei weitem unberechenbarer sind, ich erwähne hier zB. verschiedene Schlangen, Bienen, Spinnen und Skorpione etc

Bienen haben nach meiner oberflächlichen Medienbeobachtung allein im Sommer 2011 mindestens ein Dutzend Menschen (vielfach mit dergleichen Allergien) im Alpenraum getötet

finde ich – man möge mir verzeihen - mindestens ebenso „drastisch“ und reißerisch wie die kritisierte Berichterstattung und haben mit der Problematik des Geschehens im Ultental nicht das Geringste zu tun.

Ein Bär hat bereits im Sommer im Ultental ein Kalb gerissen, in Stall-, bzw. „Menschennähe“, wie auch die Schafe der letzten Zeit. Und es gibt mehrere Sichtungen nahe an bewohnten Plätzen.
Dieser Bär hat vermutlich seine Furcht verloren und gelernt, dass in der Nähe von oder in Behausungen Nahrung zu finden ist. Wenn das Tier eine Bärin ist, wird sie diese Erfahrung an ihre Jungen weitergeben, wie es bei Jurka, der Mutter des „Problembären Bruno“ (JJ1) der Fall war. Weil sie auch die Jungen ihres nächsten Wurfes in Menschennähe geführt hatte, hat man sie in ein großes Privatgehege in der Nähe von Trient gebracht.
Im Trentino hat man die Bauern, hauptsächlich die Schäfer, im Umgang mit den Bären geschult. Die Schafe halten sich nachts in einem mit Elektrozaun gesicherten Pferch auf, in dem sich auch 2 – 3 Hunde befinden. Eigens ausgebildete Leute besuchen regelmäßig die Schäfer und Almleute und beraten sie. Man wird sich wohl überlegen müssen, diese Aktivitäten auch auf Südtirol auszudehnen.
Wir sind schon seit vielen Jahren im Trentino unterwegs, häufig in Gebieten, in denen auch Bären leben, eine Sichtung gab es leider noch nie - außer einer relativ frischen Losung, wie uns ein Schäfer bestätigte. Sie stammte von einer Bärin, die mit 2 Jungen jeden Morgen über die Alm zog. Untertags sei es nicht gefährlich, sich auf dieser Alm aufzuhalten, erzählte er uns, jedoch ab der Dämmerung entferne er sich nicht mehr zu weit von seiner Hütte.

Im Ultental haben Schulkinder von den abgelegenen Bauernhöfen auch relativ weite Wege zum Schulbus zurückzulegen, um diese Jahreszeit in der Morgendämmerung.
Ich weiß nicht, ob ihr eure Kinder so ganz „locker“ aus dem Haus gehen ließet, wenn sich in der Nachbarschaft am Abend zuvor ein Bär ein Schaf aus dem Stall geholt hat?

Ich bin absolut „pro Bär“ eingestellt, sie haben Platz in dünn besiedelten Gegenden. Wenn Tiere jedoch ihr Verhalten ändern und so zur Gefahr werden, bin ich für Schutzmaßnahmen – für Mensch und Tier (Auch Menschen müssen durch „Maßnahmen“ von gefährlichen Menschen geschützt werden…)

Hier noch einmal die Trentiner Bärenseite, zum Teil auch auf Englisch aufzurufen: https://grandicarnivori.provincia.tn.it/
 
Das mag ja alles stimmen.
Aber die Medien sollten endlich aufhören mit der Panikmache,die nur Angst und Schrecken verbreiten.
Sie sollten lieber die Bevölkerung über Wildtiere aufklären und wie man sich zu verhalten hat. Dann denke ich ist das Problem halb so groß.
 
Seit gestern trägt der Bär nun einen Peilsender, wie ORF Tirol berichtet:
https://tirol.orf.at/v2/news/stories/2505861/
daraus:
Bär soll wieder Scheu vor Menschen erhalten
Mit dem Sender können die Streifzüge des Bären überwacht werden. Sollte der Bär sich wieder Siedlungen nähern oder des öfteren Tiere in Hausnähe reißen, können nun auch gezielte Aktionen gesetzt werde, um das Tier zu vertreiben. „So kann dem Bären wieder eine größere Scheu vor dem Menschen vermittelt werden“, heißt es vonseiten der Experten.


Auch auf stol.it ist ein ausführlicher Bericht mit mehreren Bildern von der Aktion:
(Admin: externer Link existiert nicht mehr)

Eine gute Lösung, meine ich...
 
Eine erfreuliche Nachricht. Das hätte sicher mit Bruno auch geklappt.
Aber mit einer Kugel ist das Problem schneller gelöst und mit der Zeit kräht kein Hahn mehr danach!!??
 
Liebe Forumsteilnehmer,
ich habe mich hier angemeldet um Sie auf den aktuellen Stand zu den Bären uns Wölfen im Ultental bringen.
Der Bär ist bereits seit mehreren Jahren gelegentlich hier im Tal unterwegs. Er riss dann Schafe, Ziegen, Kälber und diesen Frühling sogar ein Pferd auf den Almen. Er wurde von Jägern und Jagdaufsehern gesichtet, selten auch von normalen Wanderern.
Diesen Herbst hat sich die Situation aber erheblich verschärft!
Ein (?) Bär wurde vor rund 2 Wochen in der Talsohle (ca. 1.200m Höhe) von einem Jäger (Bericht auf stol.it) gesehen. Natürlich war ich bei dieser Begegnung nicht dabei. Ich habe allerdings mit Menschen gesprochen, die diesen Jäger nach dessen Begegnung gesehen haben und er war sehr verstört. Ich kenne diesen Jäger persönlich und er ist sicherlich kein „Weichei“.
Am selben Abend ist ein Bergbauer mit seinem Auto zu seinem Hof auf ca. 1.400 Metern Meereshöhe gefahren und hat dabei vom Auto aus den Bären gesehen. Er ist dann zu einem Verwandten von mir gefahren und die Beiden sind zusammen zur Sichtungsstelle gegangen. Sie da ein gerissenes Schaf und konnten den Bären auch nahezu eine Stunde beobachten.
Der Vorfall wurde natürlich umgehend gemeldet und von den Behörden untersucht.
Der Bär hat diese Stelle in den folgenden Nächten noch öffters besucht und dabei noch 6 weitere Schafe gerissen, welche auf Anraten der Behörden nicht in den Stall gebracht wurde, da der Bär nie an der Selben stelle 2x zuschlägt. Hier wurde dann auch die Falle aufgebaut und den Bären der Sender angelegt.
Zu erwähnen ist, dass in unmittelbarer nähe dieser Stelle mehrere Häuser sind, in deren Sichtweite der Bär auch zirkuliert sein muss. Hier leben 2 Familien mit zusammen 5 Kindern im Alter von 1-10 Jahren.
In den darauffolgenden Tagen wurde der Bär nur von weitem gesichtet und es kam zu keiner gefährlichen Begegnung mehr.
Zwischenzeitlich ist jedoch ein Wolf aufgetaucht und hat mehrere Ziegen gerissen.
Am Freitag (21.10.) jedoch wurde der Bär am Vormittag (10-11 Uhr) in der Nähe der Ortschaft Kuppelwies von 2 Personen unabhängig gesehen. Ein Mann sah den Bären in der Nähe der Hauptstraße zirkulieren und eine Frau mit Hund sah in auf einem beliebten Wanderweg. Auch diese Sichtungen wurden untersucht, allerdings ist den Personen nahegelegt worden, die Sichtungen nicht publik zu machen! Die genannten Personen streiten nun die Sichtungen ab, bzw. sprechen nicht mehr darüber. In der Regionalen Tageszeitung „Dolomiten“ vom 23.10.11 ist entsprechend ein Bericht über „Vermeintliche Sichtungen“ worin das Amt für Fischerei zitiert wird. Der besenderte Bär sei gar nicht in der Gegend unterwegs und die Möglichkeit ein zweiter Bär halte sich im Tal auf könne man nahezu ausschließen. Zufällig zählen die genannten Personen ebenfalls zu meinem Bekanntenkreis und ich traue denen sehr wohl zu bei Tageslicht aus nächster Nähe einen Bären von einer Kuh oder einem Schaf zu unterscheiden! Auch sind sie bestimmt nicht mediengeil, um eine Geschichte zu erfinden.
Am Freitag Abend hat dann eine weitere Person (bei Dunkelheit) den Bären nahe einer Pferdekoppel ebenfalls nahe dem Dorf Kuppelwies gesehen.
Wenn der besenderte Bär wirklich nicht in jener Gegend zirkuliert, haben wir mittlerweile 2 Bären, welche keine Scheu vor Menschen und Häusern haben!
Die Situation ist mittlerweile jene, dass auch gestandene Männer mit mulmigem Gefühl nachts ins Freie gehen. Ängstliche Menschen ,und hier natürlich Frauen und Kinder, gehen natürlich nicht mehr bei Dunkelheit ins Freie. Allerdings muss es natürlich manchmal dennoch sein und daher wird verstärkt das Auto benutzt.
Ich wiederhole, die Sichtungen waren im Talboden, bzw. an den Hängen und nicht auf Almen und in Bergen. Immer in unmittelbarer Nähe zu Häusern (100m) und teilweise sogar bei Tageslicht. Wie geschrieben gibt es die Bären seit fast 10 Jahren hier im Tal. Die Population scheint jetzt aber überhand zu nehmen und die Bären scheinen Ihre Scheu allmählich zu verlieren. Hinzu kommt, dass die Ämter das Problem mittlerweile vertuschen.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit, ich denke, wer dies Aufmerksam durchliest, kann die Sorgen unserer Bevölkerung verstehen!
 
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