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Erwin Wurm-Fat Car, Österreichischer Skulpturenpark, Graz
TeresaMaria

Erwin Wurm-Fat Car, Österreichischer Skulpturenpark, Graz

Das Auto als Symbol der Mobilität spielt in der Kunst des 20. Jahrhunderts eine bevorzugte Rolle, von Marinettis Manifest („Ein Rennwagen ist schöner als die Nike von Samothrake“ 1909) bis zu den Auto-Kompressionen von Cesar, Arman, Vostell. Gerade Nouveau Realisme, Fluxus, und Happening haben vom einbetonierten Auto Wolf Vostells bis zum Betonporsche von Gottfried Bechtold die Immobilität betont. Damit setzen sie eine Tradition innerhalb der Objektkunst fort, welche Objekte in Kunst verwandelt.
Innerhalb dieser Kunstbewegungen, von Duchamp bis zur Aktionskunst, ist das skulpturale Werk von Erwin Wurm zu situieren. Neben seinem spielerischen Umgang mit der Gebrauchsfunktion von Objekten konzentriert er sich auch auf die Materialität bzw. Materialverfremdung der Plastik. Duchamp befragte erstmals die Skulptur nach ihrem Materialzustand, als er 1919 in seiner Arbeit Air de Paris immaterielle Luft ausstellte und in der Folge seit den 1960er Jahren zahlreiche Künstler wie Yves Klein, Carl André oder Richard Serra die Materialzustände der Skulptur zum Gegenstand ihrer künstlerischen Untersuchungen machten.
Erwin Wurm thematisiert mit seinem Fat Car den klassischen Begriff des Volumens einer Skulptur, indem er ein Automobil durch Materialaufschichtung einer Extension unterzieht, sodass der Gebrauchsgegenstand seine natürlichen Proportionen und seine Form verliert. Das Auto wird durch den Polyesterzusatz nicht nur ein „fettes Auto“, also ein um Volumen erweitertes Objekt, wie es Wurms bisherige Praxis der Pulloverskulpturen am Menschen schon zeigte, sondern es wird auch von einem metallenen Gegenstand zu einem optisch weichen Objekt in surrealistischer Tradition. Das Auto scheint zu zerfließen wie bei Dali, das Auto wird nicht nur unbeweglich durch sein enormes Volumen und seine „Fettleibigkeit“, sondern es wird auch unbeweglich durch seine Weichheit. Es erscheint als groteskes Monster.

Der sieben Kilometer südlich von Graz gelegene Österreichische Skulpturenpark hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2003 als Zentrum für zeitgenössische Skulptur etabliert. Die faszinierende Parkanlage des Landschaftsarchitekten Dieter Kienast erstreckt sich über ein Areal von rund sieben Hektar und ist Entfaltungsraum für mehr als 60 Skulpturen. Werke renommierter Künstler/innen aus Österreich – von Fritz Wotruba über Franz West bis hin zu Erwin Wurm, Heimo Zobernig und Michael Kienzer – kommunizieren hier mit Beispielen internationaler Bildhauerei, zum Beispiel von Jeppe Hein, Nancy Rubins, Tobias Rehberger oder Susana Solano. Spezialführungen und verschiedenste Veranstaltungen vermitteln die ständig wachsende Sammlung des Österreichischen Skulpturenparks, die in Form von Symposien und Publikationen in den wissenschaftlichen Diskurs eingebunden ist.

Quelle: https://www.museum-joanneum.at/skulpturenpark
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Graz - Ansichten aus Graz, Steiermark
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TeresaMaria
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